24.02.11

Neuer Blog

Kurzentschlossen habe ich einen neuen Blog begonnen (etwas mehr Möglichkeiten bei Wordpress als hier):

http://olsenblog.wordpress.com

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12.11.10

Entwarnung

Für alle, die panische Reaktionsmuster zeigten, seit ich angekündigt habe, darüber nachzudenken, meine CD-Sammlung aufzulösen: Ihr könnt euch beruhigen. Ich behalte die Dinger, vorerst. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich die technischen Lösungen, die es momentan für digitale Musikwiedergabe gibt, allesamt unbefriedigend finde.

Eigentlich wollte ich ein Gerät, das über eine interne Festplatte mp3s abspielt und fernbedienbar ist. Einen Hifi-Baustein mit mp3s also. Sowas gibt's ... ab 1200 Euro aufwärts. Kurz gelacht, weiter im Text. Dann wären da diese merkwürdigen Audiostreaming-Systeme, da hat man aber gerne mal Probleme mit der jeweiligen Fernbedienung. Einen mp3-Player an eine Dockingstation anzuschließen und per Fernbedienung zu benutzen, finde ich ebenfalls nicht brauchbar, auf diesen kleinen Displays kann man doch ab einem Meter Entfernung nichts mehr erkennen. Und irgendwie muss ich mich ja durch zirka 700 Ordner navigieren können. Einen Computer an meine Anlage anschließen... niemals. Ich will nicht ständig einen Rechner laufen haben. Wobei ich über ein Netbook nachgedacht habe, gebe ich zu, aber da hapert's wieder an der Fernbedienbarkeit.

Übrigens, falls jemandem mal extrem langweilig sein sollte, lest euch mal im Internet durch, was es alles so zu digitaler Musik zu lesen gibt, vor allem die Debatten rund um Komprimiereung, mp3 vs FLAC, etc. Da toben regelrechte Glaubenskriege. Wobei diese FLAC-Typen schon recht haben, wenn ich den nötigen Speicherplatz habe, warum dann Musik nicht in ein verlustfreies Dateiformat umwandeln? Bei mp3s wird ja immer irgendwo was weggeschnippelt. Wobei ich persönlich ab einer gewissen Qualität keinen Unterschied mehr höre, aber das kommt sicher auch drauf an, ob man zufällig eine High End-Anlage zu Hause rumstehen hat, über die die Musik läuft.

Gestern war ich jedenfalls bei Ikea und hab mir drei neue CD-Regale gekauft, da mir mein alter Drehständer allmählich so auf den Sack geht und ich einfach mal was neues haben wollte. All hail the Konsumgesellschaft!

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03.11.10

Turn You Inside Out

Ich kann nicht sagen, dass mir das derzeitige Wetter Freude bereitet. November ist für antriebsschwache Leute wie mich jedes Mal die Hölle, grau und nass und kalt. Und man findet ja nichts schön dann. Am Wochenende war ich in Aachen, eine Freundin besuchen. Die Stadt soll ja eigentlich ganz nett sein, hab ich mir sagen lassen, aber sonderlich begeistert war ich jetzt nicht. Immerhin, im Unterschied zu dieser versifften Drecksstadt hier haben die da historische Bauwerke und das Gefühl von Zeitgeschichte. Und Printen. Ich hab tapfer widerstanden, mir welche zu kaufen.

Richtig, dieser Blogeintrag hat keinen Inhalt. Was könnte man denn mal behandeln... hm. Habt ihr eine Meinung zu Facebook? Am Sonntag durfte ich zwei meiner Freunde lauschen, wie sich darüber gestritten haben. Ich bin selbstverständich auf Seiten der "Facebook ist scheiße und tritt deine Daten mit Füßen"-Fraktion. Mich verblüfft durchaus, was die Menschen auf dieser merkwürdigen Seite alles an Informationen über sich in die Weltgeschichte rausblasen. Einer meiner Freunde vertrat dann die Position, die Leute seien selbst schuld. Nun habe ich im Gegensatz zu ihm aber doch noch Verständnis für die kognitiv suboptimierten Bevölkerungsteile, jedenfalls in solchen Dingen, und denke, dass die Menschen gelegentlich vor sich selbst geschützt werden müssen. Oder sollten.

Abrupter Themenwechsel: Ich überlege ernsthaft, meine CD-Sammlung zu verkaufen und komplett auf digitale Musik umzusteigen. Deshalb werde ich morgen zum ersten Mal in meinem Leben irgendwas mit einem Finanzamt zu tun haben. Ich gedenke nämlich, dort hinzugehen und mich zu erkundigen, wie und ob man solche Verkäufe versteuern muss. Ich schätze nicht, dass ein paar Hundert verkaufte Scheiben steuerfrei sein werden. Damit habe ich auch kein Problem, aber als braver obrigkeitshöriger Vorzeigebürger informiere ich mich lieber im Vorfeld.

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02.11.10

Buster Shuffle II

Durch Zufall habe ich festgestellt, dass dieser Blog tatsächlich an dritter Stelle bei den Google-Suchergebnissen erscheint, wenn man nach "Buster Shuffle" sucht. Nicht zu fassen. Damit das so bleibt: Buster Shuffle. Buster Shuffle. Buster Shuffle. So, muss reichen. Die Jungs nehmen wohl gerade Songs für ihr neues Album auf. Das darf gerne etwas länger als das viel zu kurze (dennoch hervorragende) Debüt sein und eine bessere Produktion haben. Ich meine eh, mich dunkel erinnern zu können, dass sie vor ein paar Monaten in Düsseldorf mehr Songs gespielt haben, als auf der Scheibe waren, da könnte man also sicher aus dem Vollen schöpfen. Go, Buster, go!

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29.10.10

Ein Einschreiben und 50 Quadratmeter Bodenbelag, bitte!

Rationalisierung nimmt manchmal wirklich surreale Züge an. Gestern war ich mal wieder zu Besuch bei meinen Eltern und wollte auf dem Rückweg noch schnell was zur Post bringen. Die alte Postfiliale in meiner Heimatstadt haben sie vor einer Weile dichtgemacht, aber einen Schalter gibt's immer noch - an anderer Stelle. Wo? In einem Teppichfachgeschäft! Gibt ja nichts Naheliegenderes. Ich kann gar nicht beschreiben, wie seltsam ich das fand, in einer Schlange zwischen lauter Teppichbergen anzustehen, mit einem Briefumschlag in der Hand... Vorteilhaft aber: Man kann dort wesentlich besser parken.

In Wuppertal wird's demnächst bestimmt auch unterhaltsam, da hier ebenfalls eine der großen Filialen geschlossen und in einen so genannten "Postshop" ausgelagert werden soll. Ich freu mich jetzt schon. In der noch existenten Filiale stehen nämlich immer lange Schlangen von Leuten, die in großer Mehrzahl ihre Pakete und Postsendungen abholen wollen. Und das soll in so einer kleinen Klitsche an der Ecke funktionieren? (Ich hab die Fotos von dem Laden gesehen, wo sie das reinmachen wollen.) Ich kann den Tag kaum erwarten, wo ich da zum ersten Mal hin muss.

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25.10.10

Wort des Tages

Lebensvollzug

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10.10.10

Tag des geschlossenen Gehirns

Was ist denn bloß los gerade?

Erst der Stress mit der Tür, jetzt das: 50 Euro im Automaten gelassen! Schön düdeldidum die Geheimzahl eingetippt, dann die Karte entnommen und fünfzehn Minuten an der Supermarktkasse festgestellt, dass ich das Geld wohl nicht mitgenommen habe. Argh! Selbstredend nicht in einer entlegenen Bankfiliale, wo nur alle Naselang einer vorbeikommt, nein, in einem der größten Supermärkte der Stadt an einem Samstagnachmittag. Hinter mir war zwar direkt keiner, soweit ich mich erinnere, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Automat den Schein wieder eingezogen hat, bevor einer gekommen ist, ist doch sehr gering.

Was lernen wir daraus? Immer schön auf das konzentrieren, was man gerade macht. Ich war mit meinen Gedanken sonstwo. Ich würd mich ja kaputtlachen, nur ist mir das schon mindestens ein Mal vorher passiert. Das ist der endgültige Beweis, dass ich nicht lernfähig bin. Hat keinen Sinn, Leute, ihr könnt aufhören, mir Vernunft beibringen zu wollen, ich merk mir sowieso nix. ;-)

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09.10.10

Tag der offenen Tür

Versteht hier einer was von Naturwissenschaften? Wie kann sich eine Tür innerhalb weniger Minuten so ausdehnen, dass sie nicht mehr zugeht?

Genau das ist uns gestern passiert. Ich war außerhäusig, Daniela ging runter in den Keller, um Wäsche zu holen (wie sich das für eine Frau gehört!). Sie kam wieder rauf - die Wohnungstür ging nicht mehr zu. Als sie mir die SMS schickte, dachte ich noch: Jaja, sicher. Aber ich hab die Tür später dann auch nicht mehr zubekommen. Zum Glück leben wir in einem Haus, wo man sich keine Sorgen machen muss, dass einem die Nachbarn die Bude ausräumen, während man schläft.

Die Hausverwaltung hat uns schnell und kompetent geholfen - das muss auch mal erwähnt werden, denn die sind eigentlich ein Haufen von unfähigen Vollfrutten. Meine Freundin wollte gar nicht erst anrufen, aber ich dachte, komm, ein Versuch kann nicht schaden. Jedenfalls kam gegen Mittag dann der Schreiner und hat ordentlich was weggehobelt und weggekloppt. Jetzt schließt die Tür wieder.

Spektakuläres aus der Welt des Herrn O.! Andere sagen hingegen, ein Vormittag im Zoo sei spannender.

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06.10.10

So einen Hals!

In den letzten Wochen haben mich zwei öffentliche Diskussionen so aufgeregt, dass ich meinen Frust mal hier rauslassen werde:

1. Die Hartz IV-Debatte. Fünf Euro mehr, da fehlen einem glatt die Worte, so lächerlich ist das. Aber darum geht's mir nicht. Nein, schlimmer finde ich die Leserkommentare, die man unter jedem Artikel zu diesem Thema im Internet findet (manchmal kann ich mich einfach nicht vom Elend fernhalten). Da gibt es dann immer wieder diese Individuen, die auf die immer gleiche Art diskutieren wollen: "Mimimi, manno, die blöden Arbeitslosen, denen wird alles in den Arsch geschoben und ich muss hier für mein Geld arbeiten, schnief. Denen geht's doch viel zu gut!" Wisst ihr was, ihr degenerierten Idioten? DANN KÜNDIGT EURE VERFICKTEN JOBS UND HALTET EURE DUMMEN FRESSEN! Ihr könnt dann ebenfalls schön von Hartz IV leben, ist ja schließlich ein Luxusleben. Argh, wie ich es leid bin!

2. Islam-Debatte, die Fünftausendste. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland, hier ist christliches Abendland, die Pisser sollen sich mal schön anpassen." Anpassen woran? An die deutsche "Leitkultur"? Ich bin Deutscher und ich habe keinen Bock, mich an diese Kultur anzupassen. Geiz ist geil, Schützenfest, Schrebergarten, sonntags in die Kirche, den Nachbarn hinterherspionieren? Ja, vielen Dank auch, damit will ich nichts zu tun haben. Und ich beglückwünsche jeden, der nach Deutschland zieht und dafür sorgt, dass sich diese Gesellschaft ändert. Aber diese Islamphobiker, mein Gott. Trauen sich nicht, richtig rechts zu sein, kaschieren das lieber unter dem Deckmänntelchen der "Islamismus-Kritik". Da hat sich ja in den letzten Jahren ein fieser Bodensatz gebildet. Wisst ihr was, ihr Pfeifen? VERPISST EUCH! Ich schlage Österreich vor. Ihr schmeißt einfach alle raus, die nicht in euer Weltbild passen, baut einen elektrischen Zaun drum, fertig. Dreckspack.

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31.07.10

Merkwürdige Schilder

Was will mir dieses Schild sagen? Zu finden übrigens auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Wuppertal.

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09.07.10

Wort des Tages

Nasenbremse.

Ja, das gibt's wirklich!

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13.06.10

Konzert: Buster Shuffle

Pretty Vacant Düsseldorf, 01.06.10

Huch, über dieses tolle Ding habe ich ja noch gar nicht geschrieben, fällt mir gerade auf. Kennt jemand Buster Shuffle? Nein? Macht nichts, mir waren die bis letzte Woche auch kein Begriff. Sind jedenfalls vier Jungs aus East London (das ist offenbar wichtig, wurde nämlich mehrmals betont; ist ja auch eine ganz andere Kultur als in West London), die musikalisch hauptsächlich Ska machen, das aber mit Einflüssen aus dem Indiepop oder leichten Soulelementen vermengen. Die frühen Madness sind kein schlechter Vergleich, aber trotzdem eigenständig.

Jedenfalls hatte man mich eingeladen, doch zu einem relativ kurzfristig anberaumten Konzert im Pretty Vacant zu kommen. Eintritt frei, das habe ich mir dann nicht zweimal sagen lassen. Das Konzert fand oben statt, wo nur ein normaler Kneipenraum mit großen Schaufenster ist. Die Band hatte offensichtlich keine Probleme mit der ungewöhnlichen Örtlichkeit und spielte ein tolles Set, etwa eine Stunde lang, dann musste aufgrund einer Lärmbeschränkung aufgehört werden. Lärmbeschränkung! In der Altstadt! Wer da freiwillig wohnt, ist eh bekloppt, aber das ist ein anderes Thema. 

Buster Shuffle sind jedenfalls sehr sympathische Leute. Einer spielt Keyboard und singt, einer trommelt, einer spielt Kontrabass (gezupft, ist klar) und einer Klampfe. Die Stimmung war super, das Pretty Vacant ziemlich voll. Konnte man mitten in der Woche auch nicht unbedingt von ausgehen, zumal diese Band bislang keine Sau kennt. Ihr Album Our Night Out lohnt sich auch, das habe ich mir direkt da gekauft.

Kleine musikalische Kostprobe:

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09.06.10

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten

Oder auch nicht. War wieder nix mit Slayer. Die Vorgeschichte: Eigentlich sollte die Band im Dezember in Bochum spielen. Daraus wurde aber nichts, weil sich Frontschreihals und Bassist Tom Araya eine Rückenverletzung zugezogen hatte. Die musste operiert werden. Auch der für März anberaumte Nachholtermin fiel aus, da musste er noch mal unters Messer. Für dieses Konzert hätte ich mir fast Karten gekauft, aber das wurde immerhin rechtzeitig abgesagt. Jetzt also der Juni-Termin. Noch mal schnell im Internet geschaut, da stand nichts Gegenteiliges, also ab nach Bochum.

Aber auf der Einfahrt zum Parkhaus wurden wir von zwei Typen angehalten, Konzert falle aus, Araya habe "Stimmprobleme". Superkurzfristige Absage, niemand wusste das vorher. Uns blieb nichts anderes übrig, als frustriert wieder nach Hause zu fahren. Und dabei war nach Aussagen eines Roadies im Internet schon alles aufgebaut, alle außer Araya waren bereits beim Soundcheck. Was für eine Scheißaktion, sich das so schnell anders zu überlegen, auch für die Crew. Und warum war es dann nicht möglich, die anderen beiden Bands spielen zu lassen? Das waren immerhin Lamb Of God und The Haunted, auch keine unbekannten Proberaumkombos. Ich bin sicher, drei Viertel der Leute hätten die sich angesehen, wenn man ihnen einen Teil des Eintrittsgeldes zurückgegeben hätte.

Ich bin jedenfalls recht sauer auf Slayer momentan - und damit nicht alleine. Auf ihrer Myspace-Seite wird die Bands aufs Übelste beschimpft, "ich hoffe, ihr kriegt Krebs und sterbt" und ähnlich nette Sachen. Tja, haben sie sich ganz alleine zuzuschreiben. Immerhin habe ich bei der Vorverkaufsstelle problemlos mein Geld wiederbekommen. War das erste abgesagte Konzert meines Lebens, kann auch gerne das letzte bleiben.

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02.06.10

Bitte stellen Sie das Singen ein

Immer, wenn man denkt, man habe alle unwirklichen Dinge schon gesehen oder erlebt, passiert wieder was, das einen vom Gegenteil überzeugt. Ich wollte eben noch ein paar Besorgungen im Supermarkt machen, was ich auch getan habe. Aber unter widrigen Umständen. In der Vorhalle, wo normalerweise eine Pinnwand für Kundenaushänge steht, war ein Tisch aufgebaut, darauf ein paar Kochplatten, Pfannen, Töpfe, Geschirr. Dahinter ein schmäriger Typ nebst Assistent. Auf einem kleinen Schild stand: Rocco, der singende Koch. Nächste Kochshow: 15 Uhr. Ich blickte voller Panik auf mein Handy, scheiße, kurz vor drei! Und dann ging es auch schon los:

Wer denkt sich sowas aus? Wer engagiert so jemanden? Was verspricht sich das wahrscheinlich völlig zugekokste Supermarkt-Manager-Gesindel davon? Mehr Kunden? Ich kann's mir nicht vorstellen. Um mich rum reagierten die Leute reihenweise mit genervten Blicken oder abfälligem Gelächter. Nur ein paar Omas bauten sich direkt in der ersten Reihe auf und blickten ganz verzückt. Die haben sich bestimmt auch gleich das Rezept geben lassen.

Vielleicht sollte ich mich doch mal nach einer kleinen Handfeuerwaffe umsehen.

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28.05.10

Lost - Das Ende


Wie fange ich diesen Beitrag an? Ich weiß es nicht. Am Sonntagabend amerikanischer Zeit ist Lost zu Ende gegangen, nach sechs Jahren und 121 Folgen. Das war für mich sicherlich die wichtigste Serie, denn mit ihr hat alles angefangen. Früher habe ich mich nie für Serien interessiert. Was auch daran lag, dass es mir überhaupt nicht liegt, irgendwas im Wochenrhythmus anzuschauen. Wenn mich was interessiert, will ich das sofort sehen. Das eine oder andere habe ich mir angeschaut, ER oder Northern Exposure. Aber auch nie so, dass ich wochenlang dabei geblieben bin. Das kam alles erst später – und der Auftakt war definitiv Lost.

Als ich damals in Köln gewohnt habe, traf ich zufällig einen alten Schulfreund wieder. Der meinte, die Serie müsste ich mir unbedingt mal ansehen, die sei einzigartig. Nun hatte ich schon mal beim Zappen reingeschaltet und immer gedacht: „Wat? Ein paar Leute stranden auf einer Insel? Und das soll irgendwie spannend sein? Geh mir fott, do!“ Aber ich habe mir den Piloten dann doch mal angesehen. Und das war’s. Spätestens, als das erste mysteriöse Element in die Handlung eingeführt wurde, was nach zirka einer halben Stunde der Fall ist, war’s dann um mich geschehen. Ich war drauf, und musste in wenigen Wochen die drei Staffeln, die es bis dahin gab, wegschauen. Eine dermaßene Suchtwirkung hatte vorher noch nie irgendwas in Funk und Fernsehen auf mich, und ich glaube auch nicht, dass es jemals wieder passiert.

Danach begann die Folter: Warten auf Nachschub. Die vierte Lost-Staffel habe ich mir wohl oder übel im Wochentakt ansehen müssen, und das war wirklich schwierig. Zum einen ist die Staffel nämlich die komplizierteste von allen, zum anderen auch die schlechteste. Man könnte auch sagen, das ist die Staffel, wo die Serie über den Hai gesprungen ist. Hier kommt nämlich ein neues Element ins Spiel, wer’s gesehen hat, wird wissen, wovon ich spreche. Dieses Element hat mir nie gefallen. Ich habe mich irgendwann damit abgefunden, aber die Faszination der ersten drei Staffeln war leider gestorben. Erst in der letzten Staffel kam die alte Begeisterung teilweise wieder.

Wir reden hier aber immer noch von Lost. Und das bedeutet, dass selbst schlechte Folgen hundert Mal interessanter sind als das meiste, was es sonst im Fernsehen zu sehen gibt. Lost war die erste Serie, die dermaßen auf Fortsetzung angelegt war. Hattest du eine Folge verpasst, konntest du den Rest vergessen. Völlig unmöglich ist es gar, erst mit einer späteren Staffel in die Serie einzusteigen: Man versteht schlichtweg nichts. Was die Serie (zumindest in den USA) so beliebt gemacht hat, war die Mischung aus menschlichem Drama und persönlichen Gesichten einerseits und einer mysteriösen Ebene mit etlichen Rätseln auf der anderen Seite. Und dazu der ganze Internet-Kram. Es existieren etliche unglaublich detaillierte Homepages zur Serie, zu jeder Folge diskutierten sich Fans in Foren tot und warfen mit wilden Spekulationen bezüglich des Fortgangs um sich.

Und wie emotional ich da involviert war! Wie oft hätte ich den Drehbuchautoren am liebsten eins in die Schnauze gehauen, weil sie wieder eine neue schwachsinnige Wendung eingebaut hatten oder ein neues Rätsel einführten! (Natürlich waren gleichzeitig noch zwanzig andere offen.) Die immer gleichen Soundtrack-Effekte gingen mir auch irgendwann auf die Nerven. Wobei man jedoch positiv erwähnen muss, dass Lost einen richtigen Orchesterscore hat und nicht diese Keyboard-Sülze, mit der die meisten sonstigen Serien unterlegt werden.

Wie sehr ich mich auch geärgert habe, ich bin immer dabei geblieben, denn wenn man einmal mit Lost angefangen hat, dann will man auch wissen, wie das alles ausgeht. Inzwischen ist es nun ausgegangen. Bin ich mit dem Ende zufrieden? Tja, das kann ich hier leider nicht verraten, denn ich möchte nichts spoilern. Und in dem Fall geht es nicht anders.

It was one hell of a ride. See you in another life, brother.

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23.05.10

Jeder nur ein Kreuz

Ach, ist doch mal ganz schön, ganz allein zu sein. Meine Freundin weilt in Oberammergau, um sich anzusehen, wie dieser langhaarige Typ gekreuzigt wird. Mit meinen Eltern, meiner Schwester, meinem Schwager, kurzum: der ganzen Familie mit Ausnahme meiner Wenigkeit. Ich wurde natürlich auch gefragt, aber man muss als Atheist auch mal standhaft bleiben. Kann mich ja nicht gleich von irgendeinem dahergelaufenen religiösen Spektakel ins Wanken bringen lassen. Hinzufügen muss ich natürlich noch, dass Daniela sich das auch nicht aus christlicher Überzeugung anschaut, sondern aus historischem Interesse an mittelalterlichen Schauspielen. Wobei, eigentlich fällt der Beginn der Passionsspiele schon in die Neuzeit -  aber das sind ja Marginalien.

Jedenfalls kann ich gerade machen, was ich will. Nicht, dass mir sonst Vorschriften erteilt würden, aber Sie verstehen, was ich meine. Gerade liege ich entspannt auf der Couch und höre ziemlich laut eine Blues-Platte: Scars, das ist eins von Gary Moores Projekten gewesen, mit Cass Lewis (Skunk Anansie) am Bass und Darrin Mooney (Primal Scream) hinter dem Schlagzeug. Hab ich mal für sehr wenig Geld auf einem Grabbelstapel erstanden. Schönes Ding, genau das Richtige für einen gemütlichen Sonntag. Gestern habe ich eine Nachtfahrt gemacht. Das mache ich alle paar Monate mal, ich setze mich einfach ins Auto, fahre durch die Stadt und lasse mich treiben. Geht aber nur nachts, tagsüber ist es zu hektisch und laut. Ich fahre so lange, bis mein Kopf leer ist und ich mich ganz ruhig fühle. Wenn ich dann heimkomme, vermisse ich tatsächlich manchmal einen Balkon, auf dem ich die friedliche Nachtstimmung noch eine Weile genießen könnte.

Draußen herrscht heute wieder schönstes Frühsommerwetter, angenehme 21 Grad. Muss dann jetzt los - ab in den Park!

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20.05.10

Spuckt ihnen ins Gesicht

Ihr kennt mich, ich schreibe hier selten oder nie über Politik. Aber gerade möchte ich mal meinen Unmut in die Welt hinauskotzen.

Mir platzt hier wirklich die Hutschnur, wenn ich lesen muss, dass es kein rot-rot-grünes Bündnis in NRW geben wird. Immer schön am Wählerwillen vorbei, herrlich! Und jetzt? Große Koalition? Kann doch echt nicht wahr sein! Wir haben ja in den letzten Jahren in Berlin gesehen, wie hervorragend das funktioniert... nämlich so gut wie gar nicht. Die SPD beweist erneut, dass sie keine wählbare Partei mehr ist, denn: Sie wird stets das tun, was ihre Wähler nicht wollen.

Gott, ist das frustrierend. Jedes Mal beackere ich Nichtwähler mit Argumenten, doch wählen zu gehen, aber im Endeffekt haben die wahrscheinlich recht. Es bringt absolut nichts. Es kommt nur die nächste Bande, die sich einen Dreck um ihre Wähler schert.

Ich hab Lust, irgendwas kaputtzumachen.

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13.05.10

Wort des Tages

Nebelfeucht

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08.05.10

John Congleton, Finger weg von den Reglern!

Ich brauche Ratschläge. Ich habe mir vor einer Weile eine CD von Baroness gekauft, Blue Record. Baroness sind eine der neueren Metalbands aus den USA. Die Musik ist schwer zu beschreiben, schon Metal, aber auch starke Stoner Rock-Anteile, tolle Gitarrenläufe und merkwürdig gebellt-gesungene Vocals. Jedenfalls ist Blue Record eigentlich ein tolles Album, geile Songs, kryptische Lyrik (oder zumindest Texte, die ich nicht verstehe, was zwangsläufig nicht dasselbe sein muss). Und ein sehr schickes Artwork, klicken Sie doch mal hier. Und doch gibt es eine Kleinigkeit, die mir das Album verleidet. Nein, verleidet ist der falsche Ausdruck, es ist eher so, dass es die Freude daran schmälert, ja.

Und zwar dieser gottverdammte Schlagzeug-Sound! Ganz übel im Song Swollen And Halo, da hab ich den Eindruck, der Drummer schlägt auf einem nassen Umzugskarton herum. Auf den anderen Nummern sieht es nicht wesentlich besser aus. Die Bass Drum rumpelt auch sehr befremdlich vor sich hin, argh! Da das Schlagzeug superpräsent in den Vordergrund gemischt ist, habe ich auch keine Chance, da drüber wegzuhören. Verbrochen hat diese Produktion ein Herr namens John Congleton. Warum tut er sowas? Wollte die Band das so? St. Anger grüßt fröhlich um die Ecke, ich schüttele den Kopf.

Mich macht das beim Hören ganz kribbelig. Was tue ich jetzt? Verkaufe ich das Album wieder? Stelle ich es in den Schrank und warte darauf, dass es mir beim nächsten Anhören irgendwann plötzlich auch mit diesem Schlagzeug-Sound ausgezeichnet gefällt? Versuche ich weiter, mich Durchgang für Durchgang darauf zu konzentrieren, nicht auf das Drumming zu achten? Sehr unbefriedigend, das alles!

Ja, das sind Probleme, ne?

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07.05.10

Konzert: The Hooters

Zeche Bochum, 02.05.10

Die Hooters... die müssten doch eigentlich noch jedem ein Begriff sein, der in den 80ern aufgewachsen ist. Reihenweise Hits hatten sie, Mitte der 90er sind sie dann abgetaucht, man weiß nicht so genau, warum eigentlich. 2007 waren sie dann plötzlich wieder da, mit recht starkem Album Time Stand Still. Und jetzt mal wieder auf Tour in Deutschland.

Ich hatte sie noch nie live gesehen und fragte mich: Ist das eine dieser Touren, wo abgehalfterte Musiker noch eben ein paar Flocken für die Rente reinholen wollen? Und interessiert sich noch jemand außer mir für die Hooters? Um es kurz zu machen: Nein und ja. Die Zeche war voll bis unters Dach, das Konzert große Klasse, energiegeladen von vorne bis hinten. Diese Leute da auf der Bühne waren teilweise schon fast 60, aber man merkte es ihnen wirklich nicht an.

Eine unglaublich präzise Liveband sind sie zudem, da passte alles. Wie immer schaffe ich es nicht, meine Euphorie in Worte zu packen, glaubt mir einfach, dass es super war. Gespielt wurde eine gute Mischung aus alten Hits, Stücken des letzten Albums, einem neuen Lied und zwei Songs, die sie damals für andere Künstler geschrieben hatten. Speziell ihre eigene Version von One Of Us, dem Hit von/für Joan Osborne, war live sehr überzeugend. In dem Zusammenhang erfuhr das geneigte Publikum auch, dass bald eine neue EP rauskommt, fein fein. Bitte auch bald wieder touren, ich komme garantiert noch mal vorbei. 

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