24.02.11
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31.05.08
Gesammelte Werke (12)
Na, mal wieder Lust auf ein paar Film-Kurzkritiken, kurz bevor der Monat zu Ende ist? Kommen sofort! Ich habe mich allerdings entschlossen, nicht mehr alle Filme, die ich anschaue, auch hier zu bewerten. Unwichtiges Zeug wie Land Of The Dead fällt damit ab sofort raus.
The Devil's Advocate
Eine riesige Überraschung in positiver Hinsicht. Nachdem mir der Film damals im Kino nicht sonderlich gefallen hatte, habe ich ihn jetzt noch mal angeschaut und war doch recht begeistert. Den Schlussteil und ein, zwei Szenen finde ich immer noch dick aufgetragen, Charlize Theron stümpert rum und Keanu Reeves ist halt Keanu Reeves - aber alleine Al Pacino in Bestform und die fantastische Atmosphäre machen das alles wieder wett. Mein Gott, hat der Taylor Hackford dafür ein Händchen! Einige Male lief es mir kalt den Rücken runter. Erstklassige Suspense-Szenen, tolle Kameraarbeit und ein gelungener Score... eine runde Sache. Würde gerne neun Punkte geben, aber Charlize Theron war leider zu schlecht.
8/10
Themroc
Mit 16 habe ich den zum ersten (und bisher letzten) Mal gesehen und war begeistert. Viele, viele Jahre später hat sich Arte endlich mal wieder erbarmt, den im Fernsehen auszustrahlen. Und: Wie so oft finde ich ihn nicht mehr so gut. Denn bei all dem, was den Film sehenswert macht (diese seeeehr ungewöhnliche Handlung plus Form, abgedrehter Humor), ist er auch einfach ziemlich anstrengend. Ich sehe den künstlerischen Anspruch, ich sehe auch die Aussage, aber mehr als eine mittelmäßige Wertung kann ich mir beim besten Willen nicht aus den Rippen leiern. Also:
6/10
The Adventures Of Baron Munchausen
Wenn man unter "überambitioniert" im Lexikon nachschauen würde, müsste dort eigentlich dieser Film stehen. Terry Gilliam will einfach zu viel und scheitert dabei. Visuell ist der Film sicher einer seiner beeindruckendsten, das Problem ist nur, es gibt ja auch eine Handlungsebene. Und dazu muss ich sagen: Zu überdreht, zu albern, zu wirr, zu stückwerkartig. Und eine reichlich dick aufgetragene Message. Aber immerhin, die erste Hälfte ist recht unterhaltsam und einge Gags funktionieren auch sehr gut.
6/10
Testament
Diese Atomkriegsfilme gehen mir immer nah. Der hier geht ganz leise und behutsam an das Thema ran, was es fast noch beängstigender macht. Jane Alexander in der Hauptrolle spielt fantastisch, aber auch der Rest stimmt. Regisseurin Lynne Littman, die hiernach leider keinen Kinofilm mehr gedreht hat, hat ein großes Talent dafür, mit wenigen Bildern viel zu sagen.
9/10
Once
Die Musik ist so lala, der Film auch. Was mich am meisten stört: Der Film hat so gut wie keine Handlung und plätschert vor sich hin. Ich konnte mich des Eindrucks leider nicht erwehren, dass der Streifen nur Aufhänger ist, damit Hansard seine ganzen Lieder unterbringen kann. Den Figuren wird viel zu wenig Raum gegeben. Schade, da wäre mehr möglich gewesen. So bleibt man achselzuckend zurück.
6/10
The Andromeda Strain
Großartiger SciFi-Thriller von Robert Wise aus dem Jahr 1971. Ich kenne keinen Film, der so wissenschaftlich ist und dabei trotzdem so spannend. Die vier Schauspieler, die den Großteil der Handlung tragen, sind alle hervorragend besetzt. Auch optisch bietet Wise einiges, ohne dabei aufdringlich zu sein. Hin und wieder greift er auf interessante Split Screens zurück oder benutzt ungewöhnliche Kameraeinstellungen. Und das Set Design - sehr geil. Und der Soundtrack, der aus fiesen elektronischen Tönen besteht. Und, und, und. Sehr zu empfehlen.
9/10
The Agony And The Ecstacy
Ziemlich langatmiges und ereignisarmes Michelangelo-Biopic (allerdings nur über seine Arbeit in der Sixtinischen Kapelle). Carol Reed kann wohl keine richtig guten Filme drehen. Was die viertelstündige Einführung in Michelangelos Werk am Anfang soll, weiß nur er. Vielleicht hätte er lieber einen Dokumentarfilm machen sollen. Aber: Rex Harrison spielt hervorragend und verweist den ohnehin schon deplaziert wirkenden Charlton Heston auf die Plätze. Der hat wieder eine Szene, in der er seinen Oberkörper entblößen kann, wie immer.
5/10
Kiss Of Death (1947)
Einer dieser alten Gangsterfilme, die man mal gesehen haben muss. Den hier aus genau einem Grund: Richard Widmark. Die Rolle, die er spielt, ist einer der fiesesten Leinwand-Psychos aller Zeiten, und Widmark macht das beängstigend gut. Gab dann auch eine Oscar-Nominierung. Ansonsten bleibt Victor Mature in Erinnerung, der genau einen Gesichtsausdruck hat, aber dafür jede Menge Charisma. Zum Ende hin wird's sogar richtig spannend.
8/10
*****
Gerade läuft: Alice In Chains | I Know Somethin' (Bout You)
28.05.08
Diclofenac
Das scheint ja heftiges Zeug zu sein. Daniela hat sich eine Sehnenscheidenentzündung zugezogen und vom Arzt Diclofenac verschrieben bekommen. Jetzt sitzt sie kichernd auf der Couch. Na gut, so schlimm ist es nicht, aber nach eigener Aussage fühlt sie sich bedröhnt - und man merkt es ihr auch an. "Schade, dass heute nicht Germany's Next Topmodel läuft. Da hätte ich jetzt Lust drauf", sagt sie. Äh... ja. Andererseits schaut sie sich diese Sendung auch ohne Drogen an.
Mir ging's mal ähnlich, als mir Ibuprofen aufgedrängt wurde (abgesehen von der schrecklichen Fernsehsendung). Da saß ich auch wie betäubt auf dem Sofa rum und wusste nicht so recht was mit mir anzufangen. Nehme ich garantiert nie wieder.
Zurück zum Diclofenac. Daniela macht es genau wie ich und liest keine Beipackzettel ihrer Medikamente. Führt nur dazu, dass man beim kleinsten Anzeichen von Unwohlsein mit den schlimmsten Nebenwirkungen rechnet. Ich habe den Zettel gelesen, und Diclofenac kann einige wirklich schicke Nebenwirkungen haben. Die schreibe ich jetzt hier aber nicht hin, um Daniela nicht zusätzlich zu verängstigen. Mein neues Lieblingswort: Papillennekrose. Was das ist, könnt ihr selbst googeln.
27.05.08
Baila El Chiki Chiki
Ich merke ja immer erst, dass Eurovision Song Contest ist, wenn ich zufällig reinschalte. Letztes Wochenende waren Daniela und ich bei Freunden zum Essen eingeladen. ("Vierzehn Kilo Spargel! Die müssen weg!" - Zum Glück nicht alles an diesem Abend...) Tja, und dann wurde dann halt der Fernseher angemacht. Mit ein bisschen Alkohol und mehreren Leuten macht die Veranstaltung, die in meinem Kopf auf ewig Grand Prix d'Eurovision de la Chanson heißen wird, sehr viel Spaß.
Musikalisch war es so toll, dass ich mich an so gut wie nichts mehr erinnern kann. Drei Titel stachen etwas heraus: Die solide Rocknummer aus der Türkei, Sébastien Tellier und sein bärtiger Frauenchor aus Frankreich und natürlich die lustige Trashnummer aus Spanien im fröhlichen Reggaeton-Rhythmus. Telliers Nummer hat ein sehr spaßiges Video:
Dass am Ende wieder unterdurchschnittlicher Müll gewonnen hat (immerhin nicht die grauenhafte Griechin, die sich mit dem zweiten Platz begnügen musste), gehört zum Spiel, das erwartet ja niemand anders. Was mich irritiert hat: Aserbaidschan, Georgien und Israel gehören zu Europa? Aha. Man lernt ja nie aus.
Und warum habe ich eigentlich nirgendwo was von Goran Bregovics großartigem Zwischenauftritt gelesen? Das ganze Blogger- und Feuilleton-Gesindel kennt den Herrn wohl nicht mehr. Dabei hat er doch wieder erstklassig demonstriert, wie scheiße man in einem weißen Anzug aussehen kann. Genau wie damals beim Konzert in Köln. Und auch der in blanker Extase ausgestreckte Arm war wieder dabei. Das kann man schlecht beschreiben, das muss man sehen. Zum Glück gibt's bei YouTube ja nichts, was es nicht gibt:
Erwähnen muss ich noch die Rückfahrt. Wir hatten uns nach Remscheid begeben und sind mit dem Nachtexpress zurückgefahren. Das war wieder ein Erlebnis! Der Fahrer bretterte ohne Rücksicht auf Verluste durch die Stadt, während ein Fahrgast die ganze Zeit irgendwelche Scheiße laberte: "Döner, ey, besorg mir doch mal 'n Döner! ... Ey Fahrer, hör ma auf zu telefonieren ... Uni, ey, Scheiß-Uni!" Die ganze Zeit. Seine Alte, die daneben saß, sagte alle paar Minute: "Jetzt hör doch mal auf!" War sehr befreiend, als wir in Wuppertal endlich aussteigen konnten.
*****
Gerade läuft: King's X | No Lie
26.05.08
Neu
Wie Sie sehen, habe ich mal wieder an meinem Blog-Design rumgepfriemelt. Büschen entschlackt und so. Am liebsten hätte ich es ja noch simpler als so, aber dazu reichen meine HTML-Kenntnisse leider nicht aus.
24.05.08
Ein sonniger Tag
Und eine traurige Begebenheit dazu. Gestern war ich auf der Beerdigung des Vaters eines Freundes. Es war meine erste Beerdigung, auf der ich quasi als Gast und nicht als Angehöriger war. Beeindruckend viele Menschen hatten sich eingefunden, Herr B. (den ich nur ganz flüchtig kannte) hätte sich bestimmt sehr gefreut. Ich habe in der Kapelle noch so gerade eben einen der letzten Sitzplätze ergattern können, hinten neben der Orgel. So eine Hammond-Heimorgel, auf deren Knöpfen tolle Dinge wie "Choralbass" oder "Prinzipal" standen.
Der Organist war sensationell. Und zwar sensationell eitel. Er dachte wahrscheinlich, er würde gerade im Regensburger Dom orgeln und legte sich mit überflüssigen Trillern und einem seeeeeeeehr langen Intro mächtig ins Zeug. Zum Abschluss der Andacht hat er dann die Air aus der Suite Nr. 3 von Bach gespielt, das Musikstück, das als Grundlage von A Whiter Shade Of Pale dient. In meinem Kopf ging sofort die Textmaschine an: "We skipped the light fandango..." (Was immer das auch bedeuten mag.)
Durch die große Masse an Leuten gab es bei der anschließenden Urnenbeisetzung sehr viel Zeit, die umliegenden Gräber zu mustern. Dabei ist mir aufgefallen, dass auf Remscheider Friedhöfen scheinbar viele Paare liegen, deren Namen den gleichen Anfangsbuchstaben haben. Ich erinnere mich an Else und Erwin sowie Henny und Hermann. Und an das Ehepaar Bauklo. Sensationeller Name und eine sehr unglücklich gewählte Inschrift: "Gott wird alle Tränen wegwischen." Ja, das wird er bestimmt tun. Direkt, nachdem er den Urinstein weggekratzt hat.
Und dann die Kondolenzbezeugungen. Ich habe das selbst schon über mich ergehen lassen müssen und finde es absolut furchtbar. Leute, von denen man überhaupt nicht weiß, wer sie sind, drücken einem die Hand oder fallen dir um den Hals. Wenn meine Eltern mal sterben, möchte ich das nicht ertragen müssen. Könnte mir allerdings gut vorstellen, dass meine Schwester auf diesem Ritual besteht.
Was hingegen wirklich hilft, ist so ein geselliges Beisammensein nach der Beerdigung. Das Wort mit L verwende ich bewusst nicht, weil ich es grauenhaft finde. Früher stand ich diesen Veranstaltungen skeptisch gegenüber, aber man merkt doch immer wieder, wie sehr sich die Anspannung bei allen Beteiligten löst. Alte Geschichten werden ausgetauscht, die Leute lachen wieder, es gibt ein bisschen was zu futtern. (Ganz leckere Suppe übrigens in diesem Café.) Und so hat das wohl seinen Sinn.
Was mich immer wieder stutzig macht: Warum wollen mich eigentlich immer irgendwelche alten Frauen zuquatschen, die ich nicht kenne? Gestern auch wieder. Sehe ich aus wie der Gerontenseelsorger, oder was? Ich sollte mich damit selbstständig machen, könnte bestimmt den einen oder anderen Heller verdienen: Olsen hört Ihnen zu! Für lächerlich wenig Geld! Und er sagt zwischendurch auch Dinge wie "Ja, dat kenn ich, Frau Kasuppke, dat war bei meiner Omma auch so."
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Gerade läuft: Ocean Colour Scene | For Every Corner
22.05.08
Gesammelte Werke (11)
Accion Mutante
Ein früher Film von Alex de la Iglesia. Fand ich super, als ich 20 war. 12 Jahre später... finde ich den immer noch gut. Herrlich abgefahrene Handlung, durchgeknallte Charaktere, ein bisschen matschige Splattereffekte, fertig. Verstehe aber auch jeden, der damit nichts anfangen kann, man muss schon einen sehr schwarzen Humor mitbringen.
8/10
Soylent Green
Lange nicht mehr gesehen und wieder für gut befunden. Wenn man die Auflösung einmal kennt, ist der Film nicht mehr richtig spannend, aber dafür bekommt man starke Bilder und ein glaubwürdiges Szenario. Eine der düstersten Dystopien.
8/10
The Mosquito Coast
Ein fast vergessener Film von Peter Weir mit Harrison Ford (der hier mal nicht den sympathischen Helden gibt) und Helen Mirren. Eine merkwürdige Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Film, einige tolle Bilder gibt's zu sehen. Der Film macht es dem Zuschauer nicht leicht, da steckt eine Menge drin und sicher auch verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Gutes Teil, hätte noch besser sein können, wenn der auflockernde Humor nicht wäre.
8/10
Syriana
Alter Schwede, auch aus Hollywood gibt es also richtig komplizierte Filme. Ich muss sagen, dass ich einige Handlungsstränge wirklich nicht verstanden haben. Aber der Rest ist top: Sehr gute Schauspieler, hervorragende Regiearbeit und sehenswerte Bilder. Hätte ich den Inhalt vollständig verstanden, wäre meine Wertung noch besser, so leider nur
7/10
French Kiss
Sticht aus der Masse der romantischen Komödien heraus, weil Kevin Kline seiner Figur sowas herrlich Chaotisches verleiht. Überhaupt: Der Mann bekommt es hervorragend hin, einen französischen Akzent zu imitieren. Ich wünschte, sie hätten eine andere Frau als Meg Ryan für die Hauptrolle genommen, aber die hatte zu der Zeit nun mal einen beeindruckenden Marktwert. Wie dem auch sei, teilweise ist der Film zum Brüllen komisch und hat mich gut unterhalten.
7/10
The Reptile
Alter Klassiker aus der Hammer-Gruselschmiede, der mir als Kind schlaflose Nächte bereitet hat. Auch heute noch finde ich, dass das Monster fies aussieht. Was diese alten Horrorschinken hatten, was den neuen teilweise völlig abgeht, ist Charme. Netter Film.
7/10
The Signal
Interessanter Horrorfilm, der in drei Episoden erzählt wird, von jeweils unterschiedlichen Regisseuren. Die Handlung ist dabei allerdings fortlaufend. Den Schlusstwist fand ich leider etwas gewzungen, und die Anflüge von Folterhorror zwischendurch hätte ich auch nicht gebraucht. Die Grundidee ist aber gut, der Film über weite Strecken spannend und unterhaltsam.
7/10
Diary Of The Dead
Schlecht, und zwar richtig! Ich dachte immer, ein Zombiefilm müsse zumindest spannend sein, aber ich habe mich wohl getäuscht. Anderthalb Stunden plätschert das Ding ohne echte Handlung vor sich hin, mit selten dämlichen Dialogen. Die subjektive Kamera ist nur Gimmick und wird nicht konsequent benutzt. Die Gore-Effekte stammen fast ausschließlich aus dem Rechner und wirken dementsprechend unecht. Was auch nervt, ist die Anbiederung an die Web 2.0-Generation.
3/10
[Rec]
Och jo, kann man sich ganz gut anschauen. Film unterhält überwiegend, ich hatte mir das allerdings psychisch härter vorgestellt. So richtig gnadenlose Spannung kommt nicht auf. Die nervige Hauptdarstellerin soll hoffentlich nervig sein. Einiges im Film fand ich sehr spaßig, glaube aber nicht, dass das so beabsichtigt ist.
6/10
18.05.08
Emergency Room
Ich hatte ja vor einer Weile schon mal erwähnt, dass ich im E.R.-Fieber bin. Jetzt ist es vorbei, ich bin durch. Vor einigen Tagen ging in den USA die vierzehnte Staffel zu Ende, deren letzte Folge ich mir vorgestern angesehen habe. Was für ein seltsames Gefühl, alle Folgen einer Serie gesehen zu haben, die seit 14 Jahren läuft. Hat schon was Obsessives, irgendwie. Insgesamt waren es übrigens nur schlappe 309 Episoden.
Die Qualität der Serie ist ziemlich schwankend, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches. Für meinen Geschmack bleiben die ersten sechs Staffeln (bis zum Ausstieg von Julianna Margulies) die besten, die finde ich alle auf gleichbleibend hohem Niveau. Danach wird's schon schwächer. Als am Ende der achten Staffel die Figur von Anthony Edwards stirbt, sind die guten E.R.-Zeiten erstmal vorbei. In den Staffeln neun und zehn kann man deutlich merken, dass die Autoren nicht wissen, wohin mit der Serie. (Wie man Dr. Romano aus der Handlung entfernt hat, spottet jeder Beschreibung, so schlecht ist das.)
In den Staffeln elf und zwölf findet sich dann endlich ein neuer Erzählrhythmus und eine passende neue Atmosphäre für die Serie. Der letzte Einzelkämpfer der Originalbesetzung taucht nur noch sporadisch auf und macht Platz für neue Leute. Warum nach diesen beiden für meinen Geschmack wieder recht gelungenen Seasons sofort die schwächste E.R.-Staffel aller Zeiten folgt, ist mir schleierhaft. Obwohl es ordentlich Gaststars gibt, sind die Folgen durch die Bank langweilig und belanglos. In der vierzehnten geht's dann wieder etwas bergauf.
A propos Gaststars: Es ist schon bemerkenswert, welche bekannten Gesichter im Laufe der Jahre bei E.R. kleinere und größere Gastrollen gespielt haben. Ich nennen mal die Namen Ewan MacGregor, Ray Liotta, Don Cheadle, Steve Buscemi, James Woods und Forest Whitaker als Beispiele. Der auch nicht ganz unbekannte John Leguizamo hatte in der zwölften Staffel eine herrliche Gastrolle, die aber leider ziemlich schnell wieder beendet wurde. Manchmal kann man die Autoren nicht nachvollziehen.
Und so bleibt nur noch der Ausblick: Der produzierende Sender NBC hat eine fünzehnte und definitiv letzte Staffel der Serie angekündigt. Produzent John Wells ließ in einem Interview verlautbaren, er würde gerne so viele der alten Gesichter wie möglich für Gastauftritte in die Staffel holen. Das wäre eine schöne Sache, ich hoffe, er bekommt es bei möglichst vielen Schauspielern unter Dach und Fach. Mein Tipp für das Ende der Serie übrigens: Das County General Hospital wird geschlossen.
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Gerade läuft: King's X | Pray
16.05.08
For You I'll Wait Till Kingdom Come
Als ich gestern von einem Kumpel zurückkam, wanderte ich so durch dessen Viertel zur Bushaltestelle. Ein Gewitter hatte Abkühlung gebracht, nachdem es vorher sehr schwül war. Viele Leute hatten ihre Fenster geöffnet, so dass man die Wohnungen reinschauen konnte. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Offensichtlich haben mehr Menschen riesige Flachbildfernseher, als man so denkt. Wozu, frage ich mich. Warum möchte man eine komplette Wand mit einem Fernsehschirm bedecken? Dadurch bekommt dieses Medium so etwas Götzenhaftes und Überpräsentes. Erinnert mich stark an die Fernsehwände in Fahrenheit 451.
Und außerdem: Wo bleibt denn da der Spaß, ins Kino zu gehen? Dazu stellen sich die Leute gerne neuerdings (bzw. auch schon seit Jahren) eine fette Dolby Surround-Anlagen in die Bude. Kann mir gerne gestohlen bleiben, der Kram. Ich möchte, dass es etwas Besonders ist, hin und wieder ins Kino zu gehen, sich in den Sessel zu setzen, abzuwarten, bis das Licht ausgeht und sich aus dem Alltag wegsaugen zu lassen. Aber von der Magie des Kinos versteht der heutige Durchschnittskonsument ja eh nichts mehr, leider.
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Gerade läuft: Coldplay | Till Kingdom Come
15.05.08
Film: Threads
Mit einigen Tagen Abstand kann ich nun über den Film schreiben. 1984 produzierte die BBC diesen Fernsehfilm, der ähnlich wie The Day After die Auswirkungen eines Kriegs mit Nuklearwaffen zeigt. Regisseur Mick Jackson und Drehbuchautor Barry Hines wählen allerdings einen anderen, deutlich wissenschaftlicheren Ansatz.
Im Mittelpunkt stehen zunächst zwei Familien in Sheffield. Nachdem die Bombe explodiert ist, verlegt der Film sein Augenmerk allerdings auf die Gesamtsituation. Es geht ab da nur noch ums nackte Überleben der englischen Bevölkerung und die Langzeitfolgen. 13 Jahre deckt Threads ab, in einem episodenhaften Stil. Das Besondere: Oft werden sachliche Informationen übermittelt, sei es durch Einblendung oder durch einen Off-Kommentar, der dem Film eine fast dokumentarische Note verleiht.
Detailliert wird dem Zuschauer vermittelt, was höchstwahrscheinlich passieren wird. Die Aufnahmen dazu sind teilweise kaum zu ertragen. Hiergegen ist The Day After ein netter Film für Kinder. Mehrmals war ich kurz davor, abzuschalten, weil es nicht mehr mitansehen konnte. Die Kamera ist immer dicht an den Menschen, die allmählich verwahrlosen, verwesende Tiere essen und nach Jahren ihre Sprachfähigkeiten einbüßen.
Schrecklich, erschreckend, furchtbar, kein Wort kommt da auch ansatzweise heran. Threads ist wahrscheinlich der krasseste Film, den ich je gesehen habe. Absolut großartig, aber ich bin nicht sicher, ob ich mir den noch mal ansehen könnte. Hierfür kann es nur die Höchstwertung geben.
10/10
*****
Gerade läuft: Nichts
11.05.08
Zigaretten ziehen
Als ich 16 oder so war, habe ich mir ein Girokonto bei der Deutschen Bank eröffnet. Dabei bin ich bis heute geblieben, auch, weil ich einfach zu faul bin, um die Bank zu wechseln. Ich habe mich schon oft über die Nachteile geärgert. Zum Beispiel kann man ja in jedem noch so kleinen Dreckskaff an einer schäbbigen Sparkasse Geld abholen. Von der Cash Group haben die dort noch nie was gehört.
Gestern wurde mir allerdings mal wieder deutlich vor Augen geführt, dass man als Karteninhaber einer der größten Bankeninstitute dieses Landes wie ein Bürger zweiter Klasse behandelt wird - von Zigarettenautomaten nämlich. Ich kaufe mir ganz selten mal Zigaretten am Automaten. Ich rauche eh nur, wenn ich Bier trinke. Mir war auch völlig entgangen, dass man jetzt sein Alter am Automaten nachweisen muss. Dazu führt man eine EC-Karte ein. Das sagte mir die Anzeige von dem Ding. Aber scheinbar nicht irgendeine Karte, nein, es muss wohl eine mit diesem Scheiß-Sparkassen-Geldchip sein. Grrrmp!
Ist eh so eine Sache. Da wird man von seiner Freundin aus der Kneipe gescheucht, um Zigaretten zu holen, und wenn das dann nicht funktioniert, auch noch belustigt bis abfällig angesehen. Frechheit. A propos Kneipe: Wir waren im Katzengold, ich habe aber leider vergessen, die Bedienung nach dem Hintergrund dieser Anzeigengeschichte zu fragen. Und das, obwohl ich es am Anfang des Abend sogar noch erwähnt habe. Verdammtes Hacker Pschorr!
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Gerade läuft: The Who | Dreaming From The Waist [Live]
08.05.08
Gesammelte Werke (10)
Ihr müsst jetzt ganz stark sein... denn ich habe wieder ungefähr dreitausend Filme gesehen. Ich hätte schwören können, dass es gar nicht so unheimlich viele seit dem letzten Eintrag dieser Art waren, doch weit gefehlt. Naja, gibt ja immer noch die Möglichkeit, das folgende Gebrabbel gar nicht erst zu lesen. ;-)
Super High Me
So eine Art Kiffervariante von "Super Size Me": Ein US-Standup-Comdedian kifft erst 30 Tage gar nicht, dann 30 Tage durch. Er trifft sich mit Psychologen und Ärzten und absolviert eine Reihe von Tests. Ganz unterhaltsame Sache, weil der Typ lustig ist, aber als Dokumentarfilm eher nicht zu gebrauchen. Wissenschaftlich ist das natürlich auch nicht. Immerhin habe ich gelernt, dass es in Kalifornien eine Ausnahmeregelung für den Weed-Verkauf gibt (dispensaries).
6/10
Invasion vom Mars (1953)
Bei diesem Streifen kommen bei mir nostalgische Gefühle hoch. Als Kind fand ich den wirklich gruselig. Aus heutiger Sicht wirkt er nur noch belustigend, vor allem die Marsmenschen in ihren grünen Anzügen sind zum Schreien. Leider ist der Film in erster Linie auch ziemlich trantütig, mit einem sehr verzichtbaren Mittelteil und abruptem Schluss. Dennoch: Kann man sich ruhig mal ansehen.
6/10
Beowulf
Robert Zemeckis can't lose. Der Film ist wesentlich härter und düsterer, als ich erwartet habe. Durch die erste Hälfte zieht sich eine ironische Ebene, in der zweiten ist es dann vorbei mit den amüsanten Auflockerungen. Wie die FSK zu ihrer Ab 12-Freigabe gekommen ist, stellt mich vor Rätsel, denn der Streifen ist ziemlich brutal. Erkenntnis: Altenglisch könnte auch eine skandinavische Sprache sein.
8/10
Exodus
Einer der wenigen Monumentalfilme, den ich noch nie gesehen hatte. Tja, wirklich was verpasst habe ich nicht. An die Kraft der Romanvorlage kommt der Film eigentlich nie ran. Besonders die zweite Hälfte zieht sich doch sehr hin. Generell hatte ich den Eindruck, es mehr mit einer Aneinanderreihung von Szenen zu tun zu haben als mit einer richtigen Handlung.
6/10
Finding Forrester
Hervorragender Film mit einem sichtlich gut aufgelegten Sean Connery. Wirkt alles wie aus einem Guss. Der Sportanteil hätte vielleicht etwas reduziert werden können, andererseits spielt er eine wichtige Rolle. (Und Busta Rhymes wirkt synchronisiert nach wie vor total merkwürdig.) Für meinen Geschmack könnte Gus Van Sant ruhig mal wieder etwas Zugänglicheres wie das hier drehen.
9/10
Wargames
Sehe ich immer wieder gerne. Dieses Kalter-Krieg-Szenario ist zwar heute nicht mehr so richtig nachvollziehbar, aber der Film ist immer noch spannend und gut besetzt. Drollig auch die veraltete Computertechnik, an die ich mich noch aus eigener Erfahrung erinnern kann.
8/10
King Of California
Atmet so ein bisschen die Atmosphäre von "About Schmidt" und ähnlich gelagerten amerikanischen Independent-Filmen, langweilt dabei allerdings enorm. Michael Douglas gefällt mir in seiner Rolle gut, allerdings hat er genau wie seine Filmtochter keine richtige Figur. Film endet am unteren Rand von mittelmäßig.
5/10
The Golden Compass
Ich habe die Bücher nicht gelesen, aber Albernheiten wie sprechende Eisbären mit Rüstungen wird's da wohl auch geben. Der Film hat bis auf Schauwerte nicht viel zu bieten. Das Skript ist ziemlich scheiße. Meine Freundin meinte: "Man wird nicht vernünftig geführt." Das stimmt. Ich hatte oft den Eindruck, dass wichtige Elemente der Handlung fehlen oder gar ganze Szenen weggefallen sind, die einiges erklärt hätten. The Golden Compass ist ganz klar ein Kinderfilm. Dennoch habe ich mich ganz gut unterhalten gefühlt.
6/10
Breakfast At Tiffany's
Das ist kein Film für mich. Mir wirklich schleierhaft, warum er so berühmt ist. Es gibt keine Handlung, man darf nur einer dysfunktionalen, nervigen Bratze dabei zusehen, wie sie die Männer um sich herum manipuliert. Dazu gefühlte hundert Mal "Moon River" in diversen Varianten. Toll. Immerhin, schicke Fotografie.
4/10
The Omega Man
Genauso schlecht wie I Am Legend, mit dem Unterschied, dass hier unfreiwillige Komik regiert. Diese Kapuzenmänner kann doch wirklich kein Mensch ernstnehmen. Außerdem gibt es oft völlig unpassende Musik, die das bisschen Spannung, das hätte aufkommen können, sofort wieder zerstört. Aber: Unterhaltsam war's doch.
4/10
La Haine
13 Jahre alt ist dieses Meisterwerk des neuen französischen Kinos nun schon - und aktuell wie eh und je, wenn wir uns an die Krawalle in den Banlieus 2005 und 2007 erinnern. Der Film ist ziemlich deprimierend, mit drei hervorragenden Darstellern, die authentisch rüberkommen. Die Schwarzweiß-Fotografie lässt die Sache noch trostloser erscheinen, als sie eh schon wäre. Und der Schluss gehört sicherlich zum Eindringlichsten, was ich seit langem gesehen habe. Dringend zu empfehlen.
9/10
*****
Gerade läuft: Beastie Boys | Funky Boss
07.05.08
Geheime Botschaften
Hier in Wuppertal gibt es ein Satire-Magazin namens Italien. Es ist mehr oder weniger witzig (in den letzten Jahren eher weniger) und besteht aus kleinen Texten, Zeichungen und viel Werbung. Als ich die neueste Ausgabe eben durchgeblättert habe, fiel mir etwas Seltsames auf: Scheinbar tauschen einige Wuppertaler Kneipen untereinander geheime Botschaften aus - und zwar über ihre Werbeanzeigen. Das Jäger 90 hat zum Beispiel folgenden Text geschaltet:
"Hallo Kaffeehaus, eine Nacht auf und schon unter Amtsaufsicht fegen dürfen. Respekt! Aber passt bitte auf, dass Ihr das Katzengold auf seinem Weg nach Osten nicht mit wegkehrt."
Das Kaffeehaus ist ebenfalls eine Kneipe und hat kürzlich nach einer Renovierung wieder aufgemacht. Was da am Eröffnungstag vorgefallen sein mag, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Nun ja, ich wundere mich also über diese Anzeige und blättere einige Seiten weiter. Da steht eine Anzeige des erwähnten Katzengold:
"Putin gegen Osterweiterung! (Da lachen ja unsere Hühner!) ...Verdammt nah an Sachsen. Katzengold."
Dazu muss man wissen, dass der Slogan vom Katzengold normalerweise "Verdammt nah an der Gastronomie" ist. Und was findet sich auf deren Homepage? Weitere seltsame Texte. Ich frage mich: Was läuft da? Habe ich irgendwas verpasst? Am Samstag bin ich nach längerer Zeit mal wieder da, vielleicht frage ich bei der Gelegenheit einen Kellner.
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Gerade läuft: Steel Pulse | Handsworth Revolution [Live]
06.05.08
Wieder da: Angelika Express
Durch Zufall bin ich in einem Blog über die Nachricht gestolpert, dass Angelika Express wieder Musik machen. Sind ja wahrscheinlich meine liebste deutschsprachige Band gewesen, bis sie sich 2005 aufgelöst haben. Und jetzt sind sie wieder da, obwohl: Eigentlich handelt es sich nur um den kreativen Kopf der Band,Robert Drakogiannakis, der den Namen wieder hat aufleben lassen, die anderen beiden sind nicht mehr dabei. Macht aber nichts, ich freue mich trotzdem. Auf der Homepage kann man sich schon ein neues Stück anhören und kostenlos runterladen, das sehr vielversprechend klingt. In Zukunft will der Robert das immer so handhaben, seine Songs online veröffentlichen und keinen Plattenvertrag unterschreiben. Ich wäre ja doch für die konventionelle Methode, aber wer bin ich schon. Egal, herzlich willkommen zurück.
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Gerade läuft: Angelika Express | Was wollt ihr alle?
05.05.08
Ein schöner Tag
Heute war ein schöner Tag. Das Wetter war erstklassig, genauso kann es von mir aus das ganze Jahr bleiben: 20 Grad, Sonne, blauer Himmel. Der erste Tag dieses Jahr, an dem ich mit kurzem Hemd draußen rumgelaufen bin. Für Wuppertaler Verhältnisse waren die Menschen sensationell gut gelaunt, sei es im Bus oder auf der Straße.
Bei der Post habe ich ein Paket abgeholt. Daniela und ich haben uns einen neuen DVD-Player gekauft, der auch Dvix-Dateien abspielen kann (und es sogar brav tut!). Sowas ist unverzichtbar, wenn man sich gewisse amerikanische TV-Serien ansehen möchte, bevor sie von der deutschen Synchro verhunzt werden. Und natürlich auch, wenn man bei einer Fortsetzungsserie wie Lost auf dem aktuellen Stand sein möchte, um im Internet mitdiskutieren zu können.
Der Player kam superschnell an. Mittwochabend bestellt, Donnerstag war ja Feiertag. Wenn ich mich am Samstag beim Schellen des Postboten aus dem Bett hätte quälen können, hätten wir das Ding da bereits in Händen halten können. Aber so in Unterhose die Tür aufmachen, ist nicht unbedingt meine Sache.
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Gerade läuft: Rush | Limelight
04.05.08
Lecker Kinderbraten
Es gibt so Tage, da hasse ich Kinder. Vor allem die hier im Viertel. Immer nur am Rumschreien und Krakeelen, auch gerne alle durcheinander. Die können sich doch niemals verstehen! Waren wir auch so, als wir klein waren? Ich glaube nicht. Wir hatten es allerdings auch nicht mit so gleichgültigen Erwachsenen zu tun wie heute. Hier am Ostersbaum interessiert es offenbar keine Sau, ob eine Bande kleiner Möchtegern-Checker die Straße mit ihrem Müll zusaut. Eben wieder gesehen: Vier Jungs schmeißen Dias an die Wand von unserem Haus. Dias! Die Leute schauen, aber sagen nichts. Mir hätten sie als Kind die Ohren langgezogen.
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Gerade läuft: Nichts
01.05.08
Heraus zum autonomen 1. Mai
Alljährlich am 1. Mai versammeln sich hier am Platz der Republik die Autonomen zu einer Kundgebung. Dieser Platz ist drei Minuten Fußweg von meiner Haustür entfernt. Letztes Jahr habe ich die Veranstaltung verschlafen, aber heute war ich da. Und, meine Güte, was für ein Trauerspiel! Hundert schwarzgekleidete Jugendliche und ein Megaphon. Dazu lustige Schilder wie Wir sind der Sand in eurer Geldmaschine!. Das war's. Immerhin, vonseiten der Veranstalter wurde zu Friedfertigkeit gegenüber der Polizei aufgerufen.
Überhaupt, die Polizei. Ich würde sagen, die waren locker in der Überzahl. Zig Mannschaftswagen an allen Ecken und gepolsterte grüne Männchen, wohin das Auge auch schweifte. Da kann man sich schon fragen, ob das noch verhältnismäßig ist. Mal ganz abgesehend davon, was so ein Einsatz kostet. Die Anwohner, die mit ihren Autos nicht mehr zu ihren Wohnungen fahren konnten, weil die Straßen gesperrt waren, haben sich bestimmt sehr gefreut.
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Gerade läuft: Damn The Machine | Honor
30.04.08
Gesammelte Werke (9)
Juno
Guter Film, tatsächlich. Ich musste mich erst an die seltsame Synchronisation gewöhnen ("ich drück mir ja nicht jeden Tag ein Baby aus der Luke" etc.), aber dann war ich drin. Die erste Hälfte ist sehr witzig, in der zweiten gibt es leider weniger Humor, aber das ist zu verschmerzen. Schön, dass sie ein klischeehaftes Ende vermieden haben, zwischenzeitlich sah es ja danach aus. Ach ja, und etwas weniger LoFi-Schrammel-Songs hätte ich mir gewünscht.
8/10
How I Won The War
Das ist sicherlich einer der abgefahrendsten Filme aller Zeiten. Zu großen Teilen ein Antikriegs-Anarcho-Spaß, wird es gen Ende zunehmend ernster. Die Handlung, sofern man das so nennen möchte, besteht überwiegend aus wirren Szenen mit seltsamen Dialogen. Dennoch: Hat mir gut gefallen, dieses Teil, sollte man mal gesehen haben, alleine, weil es so ungewöhnlich ist.
8/10
Dragon Wars: D-War
Was bekommt dieser Film von Kritikerseite auf die Fresse! Und dabei stimmt das meiste sogar: Extrem schlechtes Drehbuch (Handlungslücken ohne Ende), grottige Dialoge, miese Schauspieler. Und trotzdem, dieses Trash-Festival hat mich bestens unterhalten und etliche spektakuläre Schauwerte am Start. Schlangen und Drachen, die sich mit dem Militär in den Straßen von L.A. kloppen, ist doch geil!
7/10
I Am Legend
Oh je. Lange keinen amerikanischen Mainstreamfilm mehr gesehen, der eine dermaßen aufdringliche religiöse Ebene hat. Das ist eins von drei Problemen. Die anderen beiden: Die psychologische Komponente, die in diesem Szenario steckt, wird vollkommen verschenkt. Und dann die digitalen Effekte: Meine Fresse! Hätte man nicht einfach ein paar echten Menschen ein vernünftiges Makeup verpassen können? Wäre viel effektiver gewesen. Erste Hälfte ist noch akzeptabel, zweite nicht mehr.
4/10
Miracle Mile
Ein kleiner vergessener Film mit einem jungen Anthony Edwards (mit Haaren!) aus dem Jahr 1988. Das Szenario ist zwar aus heutiger Sicht nicht mehr so richtig nachzuvollziehen, was dem Film aber nichts von seiner Wirkung nimmt, die Grundidee bleib weiterhin bedrohlich. Nach etwas gemächlichem Beginn wird's ultraspannend - und die Handlung dazu noch in Echtzeit erzählt! Das konsequente Ende lässt den Zuschauer deprimiert zurück. "Miracle Mile" hat sicherlich einige Schwächen, ist aber trotzdem sehr zu empfehlen (wenn ihr irgendwie drankommen könnt).
8/10
*****
Gerade läuft: Ocean Colour Scene | Golden Gate Bridge
29.04.08
Im Angstraum
So, heute habe ich die Oasis-CD zurück in die Videothek gebracht. Das Mädel war etwas irritiert, weil sie nicht glauben konnte, dass das nicht die (What's The Story) Morning Glory war, aber sie musste sich meinen umfassenden Argumenten geschlagen geben. Nee, ernsthaft, die war sehr nett und fragte, ob ich mir was anderes aussuchen wolle. Das habe ich dann getan und mir die North Atlantic Drift von Ocean Colour Scene geholt, die ich schon vor ein paar Tagen in der Hand hatte.
Die Videothek ist in der Nähe vom Robert-Daum-Platz. Wenn man zurück zur Schwebebahn will, muss man über den Platz, der eigentlich gar kein Platz ist, sondern eine riesige Verkehrskreuzung. Früher gab es da eine Unterführung, aber seit die Politik festgestellt hat, dass das ein "Angstraum" ist, haben sie das Ding dichtgemacht. Oben sind jetzt viele, viele Fußgängerampeln, die offensichtlich noch nicht aufeinander eingespielt sind. Oder soll das so bleiben, dass man fünf Minuten braucht, um über sechs Spuren zu kommen? Man hat da nicht etwa eine grüne Phase als Fußgänger, nein, man muss alle zehn Meter wieder warten. Tolle Sache, ganz groß!
Naja, hat man andererseits mehr Zeit, um sich die neuesten Modetrends anzusehen, bei den Mädels, die neben einem stehen. Die Modefarbe der Saison scheint Lila zu sein. Oder Purpur? Oder Violett? (Ich seh' da wie immer keinen Unterschied.) Und schreibt man Farben eigentlich groß oder klein? Und wusstet ihr, dass Purpur maskulin ist? Äh... ich scheine abzudriften. Eigentlich wollte ich sagen: Mit Lila kann ich jedenfalls gut leben, viel besser als das schlimme, schlimme Rosa, das vor zwei Jahren oder so in Mode war.
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Gerade läuft: The Streets | What Is He Thinking?
27.04.08
Grabbel mich, ich bin ein Schnäppchen
Ich mag Grabbeltische. Beim letzten Eintrag hatte ich ja schon meine Freude über die Elvis-CD zum Ausdruck gebracht. In derselben Videothek habe ich mir jetzt mal die Mühe gemacht und fast alles durchsucht. Sind immerhin mehrere Regale. Aber es hat sich gelohnt: A Grand Don't Come For Free von The Streets, Guerrilla von den Super Furry Animals und (What's The Story) Morning Glory von Oasis, alle für jeweils drei Euro. Da kann man nicht meckern.
Oder doch? Allerdings! Und zwar, wenn man zu Hause beim Durchhören feststellt, dass die Songs auf der Oasis-CD nicht mit der Tracklist übereinstimmen, die hinten drauf steht. Nach kurzer Recherche habe ich die Lösung des Rätsels ausmachen können: Es handelt sich um die Heathen Chemistry. Hat wohl jemand Hülle und Inhalt vertauscht. Muss ich wohl am Montag noch mal hin und das Ding zurückbringen. Heathen Chemistry würde ich auch nehmen, aber nur mit der richtigen Hülle. Das ist immerhin einer der Gründe, warum ich Original-CDs kaufe, so ein schönes Booklet und abgedruckte Texte.
Ist bei euch auch so schönes Wetter? Hier ist es so herrlich, wir haben zum ersten Mal dieses Jahr die Fenster auf. Milde Lut draußen, es riecht förmlich nach Sommer, blauer Himmel mit ein paar Kondensstreifen - so mag ich mein Wuppertal.
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Gerade läuft: Super Furry Animals | Wherever I Lay My Phone (That's My Home)
25.04.08
Huldigt dem König für drei Euro
Heute waren wieder mal jede Menge Asoziale im Bus. Leute, die vor sich hinbrabbelten und so. Bei näherer Betrachtung sprach einer der Brabbler, ein Weibchen, in eine Freisprecheinrichtung (oder wie nennt man diese Dinger, die man so am Revers hängen hat?). Die Alte sehe ich in zwei Wochen bestimmt bei Peter Zwegat wieder, weil sie sich total verschuldet hat. Kein Wunder, wenn man stundenlang über Handy quatschen muss. Und was ist eigentlich aus dem Konzept "Privatsphäre" geworden? Gibt's das noch? Jeder Idiot muss scheinbar inzwischen die ganze Welt an seinem Privatleben teilhaben lassen.
Doch zurück zu den Brabblern. Der zweite Brabbler brabbelte nur so vor sich hin, ohne konkreten Gesprächspartner. Obwohl, Schizophrenie ist ja verbreiteter, als man denkt. Wenn ich sowas miterlebe, überlege ich jedes Mal, ob ich nicht schreien soll: "Komm, halt die Schnauze! Es ist niemand da, der mit dir redet!" Aber dann hat man am Ende noch einen Selbstmord auf dem Gewissen, ist ja auch keine schöne Sache.
Weiter vorne war noch ein Typ, der sich drei Jahre nicht mehr gewaschen hatte. Ich saß zuerst in dessen Nähe. Bei Gerüchen bin ich wirklich nicht empfindlich, aber das war echt nicht auszuhalten. Ich habe mich dann in den hinteren Bereich des Busses verzogen.
Schön, dass es neben dem ganzen Elend auch noch positive Dinge gibt. Zum Beispiel, auf dem Grabbeltisch seiner Stammvideothek eine schöne Elvis-CD für drei Euro abzugreifen. (Grabbeltisch ist eigentlich der falsche Begriff, die haben da meterweise Regale voller CDs.) Elvis 2nd To None heißt die Platte, die wollte ich mir schon länger besorgen. Ist der zweite Teil dieser hervorragenden Best-Of Elvis 30 #1 Hits.
Und jemand hat uns auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen, er habe sich verwählt. So viel Höflichkeit und gutes Benehmen ist man gar nicht mehr gewohnt. Finde ich sehr lobenswert. Aber der hat auch aus Langenfeld angerufen, und im Rheinland ist man ja generell freundlicher zueinander.
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Gerade läuft: Rush | YYZ
23.04.08
Katzenpack auffe Schnauze!
Ach ja, auf diese Unverschämtheit muss ich ja noch angemessen reagieren. Das tue ich hiermit. Eat shit, fuckin' pussies!
Noch 'n Bildchen? Biddesehr:
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Gerade läuft: Amy Winehouse | Tears Dry On Their Own
From first to last, the peak is never passed
Gibt nicht viel Neues zu erzählen. Der Frühling scheint endlich zu kommen - und ich freue mich darauf wie selten vorher. Meine Laune ist doch meistens direkt viel besser, wenn die Sonne scheint. Früher war das anders, da mochte ich Regen und grauen Himmel. Aber je älter ich werde, desto mehr Freude habe ich an Sonne, guter Stimmung und diesem ganzen Luschenkram. Man lässt halt nach.
Hat sich außer mir eigentlich schon mal jemand gefragt, welche CDs die Nachbarn kaufen? Wir haben ja hier einige Mietsparteien im Haus. Zwei von denen ordern genau wie ich gerne leckere Tonträger bei CDWow und den ganzen anderen Übersee-Rabauken. Kann ich sehen, weil der Briefträger die Päckchen immer oben auf die Briefkästen stellt, weil sie meistens nicht durch die Schlitze passen. Nun ja, jedenfalls würde ich mir zu gerne mal ein, zwei davon krallen und aufmachen. Ich tu's natürlich nicht, aber interessant wär's schon.
Und sonst? Ich konnte mich immer noch nicht aufraffen, einen zweiten Versuch zu starten, mir ein paar Pullover zu kaufen. Für morgen habe ich mir das fest vorgenommen. Außerdem muss noch die Wand im Flur neu gestrichen werden, oder zumindest ein Teil davon. Da sind immer noch die hübschen Quadrate in hellblau und blassgrün, die unsere Vormieterin da hingemalt hat. Würg. Wir wollen da jetzt doch mal ein Poster hinhängen, aber vorher zu streichen, wäre besser.
So. Eintrag fertig.
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Gerade läuft: Rush | Limelight
19.04.08
R zum U zum S zum H
Ich hatte es lange nicht mehr, dass ich wochenlang nur einer Band gelauscht habe. Tja, was soll ich sagen? Seit Wochen höre ich mir eigentlich nichts anderes mehr an als Rush-CDs. Seltsamerweise zünden plötzlich auch die Platten, die ich vorher nicht so doll fand, wie Presto oder Vapor Trails (obwohl ich die rein kompositorisch immer noch für die schwächste Rush-Platte halte, allerdings kenne ich auch etliche noch nicht).
Rush-Songs haben oftmals so etwas Aufbauendes, ich möchte fast sagen, Lebensbejahendes. Besonders spannend an dieser Band sind auch ihre verschiedenen Facetten. Dreißig Jahre Bandgeschichte, etliche musikalische Veränderungen - das macht die Sache spannend. Für mich wird immer die 90e Phase mit ihren Geradeaus-Rocksongs besonders bleiben, weil ich damit angefangen habe, damals.
Erst heute kam meine Exemplar von Moving Pictures an. Habe ich mir schön aus den USA geordert. Über Marketplace kann man ja doch sehr viel Geld sparen, wenn man Geduld hat. So eine Lieferung dauert dann zwar ein bis zwei Wochen, kostet allerdings auch fünfzig Prozent weniger. Womit ich mich in den nächsten Tagen beschäftige, weiß ich also schon mal.
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Gerade läuft: Rush | The Camera Eye
14.04.08
Gesammelte Werke (8)
Cloverfield
Auf Englisch tatsächlich deutlich besser. Das Ganze wirkt einfach authentischer, die Figuren haben mehr Ausstrahlung und waren mir beim zweiten Sehen nicht mehr so furchbar unsympathisch (mit Ausnahme von Beth). Vor allem Hud, der Typ mit der Kamera, ist im Englischen recht amüsant, weil er halt eine totale Wurst ist. Die kleinen Viecher machen lustige Geräusche, ist mir auch vorher nicht aufgefallen. Des weiteren: Erheblich besser, den Film nicht auf einer Leinwand zu sehen, man kommt mit dem Gewackel viel besser klar. Insgesamt doch sehr spaßig. Die Masse an Logikfehlern geht allerdings auch im Original nicht weg.
8/10
The Crying Game
Extra aus dem Ausland importiert, um ihn noch mal zu sehen. Außergewöhnlicher Film von Neil Jordan, der gezielt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer rumspielt. Man weiß nie so ganz genau, was für einen Film man vor sich hat. Durchweg gut besetzt, mit sehr stimmungsvollem Soundtrack und dieser einen Wendung, die wirklich überraschend kommt.
8/10
30 Days Of Night
Ach Mann, was ist bloß los mit den jungen Regisseuren? Lernen die nicht mehr, wie man Atmosphäre schafft? Es kommt nie sowas wie Spannung auf, und diese Vampire sind auch einfach nicht gruselig. Zudem: Es ist ständig überall total hell. Tolle Polarnacht, echt. Und dabei waren die Voraussetzungen denkbar gut. Die letzte halbe Stunde haben wir ständig vorgespult, so öde ist das Ganze. Einen Bonuspunkt für den Nachnamen des Sheriffs: Oleson.
2/10
Living In Oblivion
Sehr amüsante und originelle Herangehensweise ans Thema "Film im Film", sehr gute Dialoge. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auf den Sets genauso läuft wie hier. Dass hübsche Frauen allerdings mit Steve Buscemi anbandeln wollen, weniger. Hehe.
8/10
Sleeper
Ich mag Woody Allens Frühwerk einfach, diesen überbordenden Nonsens, diese Slapstick-Einlagen, die großartigen Dialoge... einfach köstlich. Amüsant auch die Anspielung an "2001" und die Sequenz rund um "A Streetcar Named Desire". "Sleeper" hat mir diese Mal noch besser gefallen als "Love And Death", aber das ändert sich eh jedes Mal.
9/10
Gandhi
Einer der letzten großen klassischen Monumentalfilme. Tolle Bilder, hervorragende Schauspieler und ein interessantes Sujet - hat mir sehr gut gefallen. Ben Kingsley hat den Oscar dafür aber sowas von verdient.
8/10
00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter
Ich fühle mich wirklich nicht in der Lage, diesen Film irgendwie zu bewerten.
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Gerade läuft: Rush | Mystic Rhythms
09.04.08
Über dem Regenbogen
Kürzlich habe ich ja schon mal erwähnt, dass ich mich im ER-Rausch befinde. Inzwischen bin ich irgendwo in der zehnten Staffel angelangt, aber das Ende der achten wirkt noch nach. Dort ist nämlich der Quasi-Hauptdarsteller der Serie, Dr. Mark Greene, an einem Gehirntumor verstorben. Seine letzte Folge zählt zum Traurigsten, was ich je gesehen habe. Mensch, was habe ich geheult! Mir taten hinterher richtig die Augen weh. Die ganze Folge war schon unendlich traurig, aber die Sterbeszene selbst einfach... ach, lieber nicht dran denken, ich merke schon wieder, wie es in den Drüsen zuckt.
Unterlegt war diese letzte Szene mit einer fantastischen Version von Somewhere Over The Rainbow. Ich habe etwas herumgeforscht und herausgefunden, dass sie von Israel "Iz" Kamakawiwo'ole stammt, einem hawaiianischen Musiker, der vor über zehn Jahren recht jung verstorben ist. Hier, ich habe ein Video rausgesucht, da ist das Lied zu hören. Er flechtet zwischendurch auch noch ein anderes bekanntes Lied ein. Das Video ist ein wenig kitschig, am besten die Augen schließen und einfach nur zuhören. Wen das nicht berührt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Großartig, oder? Der Mann hat eine Gesangsstimme, von der ich Gänsehaut bekomme. Hier gibt es einen netten kleinen Artikel rund um Iz. Ganz unten befindet sich auch ein Link, wo man das Lied runterladen kann.
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Gerade läuft: Nichts
07.04.08
Schlechte Wortspiele für 100, bitte!
Immer wieder geil, auf was für bescheuerte Ideen so Marketingheinis kommen. Vor allem hier in Wuppertal. Es ist einige Jahre her, da gab es mal ein großes Stadtfest mit dem Namen WWW - Wuppertal Worldwide. Ziemlich schlecht, was?
Aber noch lange nicht so schlecht, wie die neue "Kauft mehr Kram in unserem Konsumtempel"-Aktion der City-Arkaden und Radio Wuppertal. (Lokalradios sind eh das Letzte.) Da kann man gerade ein Auto gewinnen, wenn man in einem bestimmten Zeitraum 100 Marken gesammelt und in ein kleines Heftchen geklebt hat. Ihr kennt das Prinzip.
Und jetzt ratet mal, wie diese Marken heißen. Na? ... Wupper-Taler! Ich krieg mich nicht mehr ein, ey! Wupper-Taler! Verstehse, hömma? Wegen Tal und so! Aber auch wegen Geld und so! Die sind nämlich rund, die Marken! Taler, Alter, Taler! Ey, wie geil ist das denn? Ich schmeiß mich weg, do, leck mich fett!
So. Genug Ironie. Meine Meinung zu dieser Aktion: Brecht. Sollen sie die Kohle, die sie in das beschissene Auto gesteckt haben (falls es ihnen nicht werbemäßig zur Verfügung gestellt wurde - es handelt sich nämlich um das neue Modell eines deutschen Autoherstellers), doch lieber in ein soziales Hilfsprojekt investieren.
Wuppert-Taler! Nicht zu fassen.
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Gerade läuft: Rush | The Way The Wind Blows
04.04.08
Wehret den Umkleidekabinen!
Ich hasse es, Klamotten einkaufen zu gehen. Ja, ich kann meinen Hass schon gar nicht mehr in Worte fassen! Diese beschissenen Geschäfte machen es einem aber auch nicht leicht. Es ist viel zu warm da drin, man fängt an zu schwitzen, sobald man den Laden betreten hat. Hat man sich von den viel zu vollen Ständern ein paar Teile gekrallt, kommt das Schlimmste: Die Umkleidekabine! Ungefähr zwanzig mal zwanzig Zentimeter groß, jedenfalls gefühlt, brutal hell erleuchtet und mit einem fiesen großen Spiegel versehen. Das bedeutet, man kann sich jede Hautunreinheit detailliert ansehen. Aaargh!!!
Jedenfalls habe ich heute versucht, mir ein paar Sweatshirts zu kaufen. Wusste gar nicht, dass es da einen Unterschied zu Pullovern gibt, meine Freundin belehrte mich kürzlich. Egal, hat jedenfalls nicht geklappt, weil ich nach drei nicht passenden Dingern schon wieder die Schnauze voll hatte und in der Kabine hätte Amok laufen können. Wobei: Laufen geht ja nicht, kein Platz. Außerdem scheint die Jahreszeit falsch zu sein. Dem Angebot der Klamotten nach zu urteilen sind draußen bereits dreißig Grad. Muss ich nächste Woche wohl noch mal los, morgen am Samstag tue ich mir die Innenstadt bestimmt nicht an.
Übrigens: Scheiß-Ganzkörperspiegel! Ich bin so fett geworden, es ist echt nicht mehr mitanzusehen. Muss dringend irgendwas machen, bevor sie mich aus dem Sofa schneiden und mit dem Kran aus dem Fenster transportieren müssen. Leck mich am Arsch, do!
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Gerade läuft: Amplifier | Mongrel's Anthem
02.04.08
Ein Spaziergang über die Felder
Am Sonntag waren Daniela und ich bei meinen Eltern zum Mittagessen eingeladen. Das Wetter war schön, und so wurden wir zu einem Spaziergang genötigt. Meine Eltern wohnen richtig weit draußen, man ist ratzfatz auf den Feldern. Da war es auch dieses Mal wieder sehr schön, wenngleich ich auf den älteren Mann hätte verzichten können, der uns ungefragt über Lokalpolitik vollquatschen wollte. Meine Mutter ist sehr schlecht darin, Leute abzuwimmeln, und so hatten wir den und seine Frau zehn Minuten an der Backe. Da ich mich ja durchaus höflich verhalten kann, wenn es sein muss, habe ich nicht gesagt, er möge sich zügig verpissen.
Und so wanderten wir weiter, durch kleine Siedlungen, in denen ich seit fünfzehn Jahren oder so nicht mehr gewesen bin. Faszinierend, wie viele Leute sich tatsächlich noch irgendwelche Tiere halten, seien es Hunde, Gänse, Enten... irgendwie idyllisch. Am späten Nachmittag sind Daniela und ich dann wieder zurück nach Wuppertal gefahren.
Jetzt komme ich zum Punkt: Die Rückkehr war anders als sonst. Ich wohne wirklich gerne in der Stadt, ich mag es, in fünf Minuten mitten im pulsierenden Leben zu sein und die ganzen Möglichkeiten, die eine Großstadt so bietet. Aber dieses Mal habe ich wirklich gedacht: Gott, ich will wieder zurück aufs Land. Sofort! Es war unglaublich laut im Bahnhof, wuselnde Vollasis überall und generell viel zu hektisch für diesen friedlichen Sonntag. Hoffentlich sind das nicht die ersten Anzeichen seniler Stadtflucht.
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Gerade läuft: Iron Maiden | Flight Of Icarus
28.03.08
Gesammelte Werke (7)
The Passion Of The Christ
Ich bin da gestern Nacht am Anfang reingeraten und konnte mich nicht mehr lösen. Tja, was soll ich sagen? Ich finde die ekelhafte Gewaltdarstellung (für die jeder andere Film sofort beschlagnahmt oder zumindest indiziert worden wäre) noch nicht mal das Schlimmste. Nach einer Weile stumpft man beim Zusehen einfach ab und es wird einem egal. Nein, schlimmer noch sind die widerlichen Zeitlupen und der grauenhaft pathetische Score. Und diese Schwarzweiß-Malerei. Es gibt in diesem Film nur Gut und Böse, keinerlei Zwischentöne. Versagt auf der ganzen Linie.
1/10
Willard (2003)
Ein ständiges Auf und Ab bei diesem Film: Gute Szene, schlechte Szene, gutes Schauspiel, schlechtes Schauspiel. Einige Charaktere waren schon comichaft überspitzt, Crispin Glover schwankt zwischen großartig und kaum zu ertragen. Außerdem ist das Erzähltempo wirklich zu langsam. Da wäre mehr drin gewesen, unterm Strich gibbet 6/10.
Netto
Ein kleines deutsches Filmdebüt von 2005, das mir recht gut gefallen hat. Die Schauspieler improvisieren ihre Rollen großteils, dadurch wirken die Charaktere sehr authentisch. Etwas mehr Tempo wäre nicht verkehrt gewesen, aber es geht auch so. Wirklich nicht schlecht.
7/10
Fahrenheit 451
Einziger englischsprachiger Film von Truffaut und nach heutigen Maßstäben vielleicht etwas altbacken wirkend. Trotzdem immer noch ein guter Film mit deprimierender Grundstimmung. Das Set Design hat's mir angetan. Irgendwann hat man sich auch an Oskar Werners schrecklichen Akzent gewöhnt. ("Is sär änissing ei kenn du?")
8/10
Dance Of The Vampires
Ein herrlicher Film, den ich mir immer wieder gerne ansehe. Im Gegensatz zu vielen anderen ist er in Würde gealtert. Die Schauspieler sind durch die Bank gut besetzt (besonders großartig: Ferdy Mayne als Graf von Krolock), die Ideen sind sehr amüsant und der superbe Soundtrack von Krzysztof Komeda sorgt für eine düstere, gleichzeitig aber heitere Stimmung. Toll.
9/10
*****
Gerade läuft: Incubus | Anna Molly
25.03.08
Vogelfrei
Was passt besser, um bei Schneegestöber im Bus zu fahren, als musikalische Untermalung von... Lynyrd Skynyrd? Ja, sollte man nicht glauben, funktioniert aber hervorragend! Eben noch festgestellt. Free Bird hat mir eine richtige Gänsehaut verpasst, im zweiten Teil, als sich die Gitarren duellieren. Das Problem ist nur, dass man versuchen muss, die Texte auszublenden. Die sind nämlich wirklich unterirdisch, klassische Redneck-Lyrik.
Wie dem auch sei, heute schwappte eine Welle der Freundlichkeit über Wuppertal hinweg. Sowas ist hier selten. Ich wurde Zeuge merkwürdiger Dinge. Erstens: Ein Bus, der schon angefahren war, hielt noch mal an, um jemanden reinzulassen. Zweitens: Ein Taxifahrer ließ mich über die Straße. Ein Taxifahrer! Das sind hier normalerweise die, in deren Augen man lesen kann "Na warte, ich krieg dich, du Sau!", während sie in der Innenstadt mit 120 auf dich zubrettern.
Ich gehe aber stark davon aus, dass morgen wieder alles beim alten ist.
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Gerade läuft: Yello | Sweet Thunder
24.03.08
Am Brunnen vor dem Tore
Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich niemals Teil einer Jugendbewegung gewesen bin. Warum? Nun, diese ganzen sinnlosen Rituale sind mir erspart geblieben. Ich denke zum Beispiel jedes Mal, warum sich die Kinderpunks, die hier auf dem Marktplatz am Brunnen rumhängen, wie die letzten Asozialen benehmen müssen. Meine Vorstellung von Punk ist es jedenfalls nicht, sich ständig zu besaufen und in der Gegend rumzuschreien.
Vorgestern muss hier irgendeine Demo oder sowas gewesen sein. Viel Polizei überall und noch mehr Kinderpunks als üblich, als Daniela und ich bei Plus waren. Dort konnten wir auch gleich der amüsanten Szene beiwohnen, dass der Security-Mitarbeiter sich ein paar Oi-Skins vornahm, die vorher lautstark im Laden rumkrakeelt hatten. "Ey, ruhisch hier, sonst fliegta raus, ne?" Danach war's direkt zweihundert Dezibel leiser. Ich sag nie wieder was gegen Security im Supermarkt.
Muss ich mich jetzt schon als Spießer fühlen, weil ich es sinnlos finde, in Supermärkten rumzuschreien?
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Gerade läuft: Nichts
22.03.08
Gesammelte Werke (6)
Au backe, diese Kategorie wächst mir über den Kopf, seitdem ich festgestellt habe, dass man in der Stadtbücherei kostenlos DVDs ausleihen kann. Na denn, viel Spaß mit den folgenden fünftausend Kritiken. ;-)
Road To Perdition
Großartig! Dass Conrad L. Hall für diesen Film posthum den Oscar verliehen bekam, ist nur gerecht. Seine Fotografie hier gehört zum Besten, was ich jemals gesehen habe. Diese Bilder... einfach sensationell. Und dann die Musik von Thomas Newman... herrlich! Inhaltlich ein düsterer und deprimierender Streifen, hält Road To Perdition alles, was Sam Mendes sich mit American Beauty vorgelegt hatte. Wer es schafft, aus Tom Hanks eine gute schauspielerische Leistung rauszuholen, kann ja gar kein schlechter Regisseur sein. Toller Film.
10/10
Wir können auch anders!
Ja, der Buck und seine seltsamen frühen Filme - entweder man mag's oder nicht. Sein zweiter Film ist etwas schwächer als das herrliche Debüt Karniggels, aber immer noch ziemlich gut. Die Besetzung alleine macht einige Längen wieder wett. Amüsant, aber nicht zum Schreien komisch.
8/10
Michael Collins
Von Neil Jordan gibt es einige hervorragende Filme. Michael Collins gehört leider nicht dazu, denn der kommt übers Mittelmaß niemals hinaus. Etwas abgehackt werden historische Ereignisse aneinander gereiht, einige Schauspieler sind fehlbesetzt (mit ziemlich lächerlich imitierten irischen Akzenten) und die Musik macht auf dicke Hose, wo Ruhe eher angebracht wäre.
6/10
Love And Death (Die letzte Nacht des Boris Gruschenko)
Vielleicht Woody Allens lustigster Film, ich kann mich da nie mit mir selbst einigen. Fest steht, dass hier intelligente, witzige Dialoge auf Splapstick und intellektuelle Anspielungen treffen. 1a, das. Zum Schluss hin fällt der Film ein klitzekleines Bisschen ab, aber das haben Komödien ja eh so an sich.
9/10
Indien
Endlich bin ich auch mal in den Genuss dieses Kultfilms gekommen. Er hat ja einen recht legendären Ruf, und ich finde: Zurecht! In der ersten Hälfte teilweise zum Brüllen komisch, später dann ruhiger im Ton und zum Schluss traurig, aber dennoch hoffnungsvoll, das alles ist Indien. Dorfer spielt recht solide, aber an Josef Hader ist wirklich ein guter Schauspieler verloren gegangen. Das hatte ich gar nicht erwartet, genauso wenig wie den überzeugenden technischen Aspekt des Films. Es gibt einige interessante Aufnahmen und symbolische Elemente. Dankbar war ich für die Möglichkeit, auf der DVD englische Untertitel hinzuzuschalten, denn Haders Rolle ist teilweise kaum zu verstehen, wenn man nicht gerade fließend Österreichisch spricht. Ach ja, und ein neues Wort habe ich auch gelernt, das diesen Film perfekt umschreibt: Leiwand!
9/10
Fleisch (1979)
Das ist nun also der legendäre Film aus den 70ern, der diese Organspende-Diskussion damals nach sich gezogen hat? Ich kann es nicht glauben. Dieser Streifen ist so schlecht, es ist unfassbar. Schlechte Darsteller, dilettantische Kamera, grausige Musik (die kein Stück Spannung zulässt - und das soll ja eigentlich ein Thriller sein) und vor allem ein sensationell beschissenes Drehbuch. Ständig fragt man sich, was die Vollpansen da wieder treiben und warum. Und das Ganze ist so laaaaaaangweilig... Einer der schlechtesten Filme, die ich in meinem Leben gesehen habe.
1/10
Gallipoli
Merkwürdiger Film. Der Blick auf das Geschehen ist irgendwie so distanziert, und ich glaube nicht, dass das Absicht ist. Die Handlung besteht mehr oder weniger aus einer Aneinanderreihung von Szenen, eine Charakterentwicklung gibt es nicht. Äußerst befremdlich kommt der Einsatz elektronischer Musik daher (bei einem Film, der 1915 spielt). Von Peter Weir bin ich sonst Besseres gewohnt.
6/10
The Omen (1976)
Ist auch dreißig Jahre nach seiner Erstaufführung noch ein sehr starker Film. Atmosphärisch dicht und ziemlich gruselig, mit Gregory Peck in der Hauptrolle hervorragend besetzt und tollem Score von Jerry Goldsmith - passt alles. Wahrscheinlich der beste Okkult-Horrorfilm.
9/10
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Gerade läuft: Coldplay | Yellow
20.03.08
Endlich ein Grund zur Panik
Immer wieder faszinierend, was für ein Chaos in Deutschland ausbricht, wenn mal ein Feiertag ins Haus steht. Oder, Gott sei uns gnädig, mehrere hintereinander! Im Supermarkt war heute die Hölle los. Menschen klaubten zusammen, was nicht niet- und nagelfest war. Kann ja sein, dass morgen doch noch "der Russe" einmarschiert, wer weiß das schon? Dazu plärrte es mehrmals gequält aus der Lautsprecheranlage: "Frau Borowski, wo sind Sie bitte zu erreichen?" Ich vermute, Frau Borowski hatte einfach das Weite gesucht. Allemal verständlich.
Hier oben gibt es so einen verschmandeten kleinen Kiosk, in dem ich noch nie war. (Im Gegensatz zu dem verschmandeten größeren Kiosk, in dem ich schon mal war. Und dem wirklich netten großen Kiosk. Ja, hier gibt es alles, was das Herz begehrt.) Der kleine Kiosk lockte jedenfalls heute mit einer neuen Botschaft: "Billiges Flaschenbier - 0,52 €!" Ich konnte mich gerade noch beherrschen.
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Gerade läuft: Vampire Weekend | Oxford Comma
15.03.08
Traumzeit
Mensch, was war das denn für ein sensationeller Traum, den ich heute Nacht hatte? Der Beste aller Zeiten! Ich werde gar nicht erst versuchen, ihn hier wiederzugeben, weil ich die besten Sachen eh nicht in Worten ausdrücken könnte.
Eine Kleinigkeit vielleicht: Ich stand an einem Pokertisch, der plötzlich zu einem Verkaufsstand für eine Süßigkeit namens Toffel wurde. (Eigentlich war Toffel nur das letzte von vier Worten, aber die anderen fallen mir leider nicht mehr ein.) Toffel bestand jedenfalls aus vielen verschiedenen süßen Sachen wie Gummibärchen oder Lakritzschnecken, eingewickelt in einen crèpeartigen Teig. Darum dann Alufolie, mit dem Bügeleisen drüber und fertig! Also, wenn sich das nicht lecker anhört, dann weiß ich es auch nicht. ;-)
Der Traum war jedenfalls großartig, hatte sehr viele Schauplätze und war wirklich lang. Ich führe ihn unmittelbar auf den Genuss von vier Hefe- und einem Kristallweizen zurück. Demnächst werde ich mich mal gezielt mit Schöfferhofer betrinken, um experimentell herauszufinden, ob diese Traumsituation reproduzierbar ist.
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Gerade läuft: Porcupine Tree | Fear Of A Blank Planet
13.03.08
Im Tal der wilden Penispferde
Ich bin wie immer absolut nicht auf dem Laufenden, was die neueste Schuhmode für die Damenwelt angeht. Überhaupt bin ich in Modedingen nie auf dem Laufenden, weil ich alle Leute, die sich damit beschäftigen, für Vollidioten halte. Wuppertaler Frauen sind da noch extremer als andere, habe ich den Eindruck. Wenn's irgendwo in der Bravo Girl gestanden hat, wird's schon gut aussehen. Zurück zur Schuhmode: Heute habe ich zwei Frauen gesehen, die gelbe Gummistiefel trugen. Frauen, die ansonsten einen 1a-Schicksen-Eindruck auf mich machten. Gummistiefel! Dieselben Dinger, mit denen wir damals als Kinder in der Pfütze vor der Dorfschule rumgesprungen sind! (Jetzt alle: Sa - nos - tooool!)
Zum Kopfschütteln, wirklich. Genau wie dieses: Hier die Straße runter ist vor einer Weile endlich der Kreisverkehr fertiggestellt worden. Das heißt, der äußere Kranz ist fertig, die Steinverlegertypen haben ihre Arbeit ordnungsgemäß verrichtet. Innendrin ist noch Baustelle. Seit einer Woche steht da jetzt ein hübsches Schild von dieser Firma. Aber ansonsten passiert nichts. Ich frage mich: Halten die das für gute Werbung? Ein leeres Stück Boden, auf dem nichts passiert? Falls ich mal einen Garten haben sollte, die lasse ich da bestimmt nicht ran.
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Gerade läuft: Porcupine Tree | Anesthetize
10.03.08
Gesammelte Werke (5)
Ist schon wieder einiges angefallen. Here we go.
Lichter der Vorstadt
Aki Kaurismäki hat bei mir einen Stein im Brett. Ich mag sein herrlich altmodisches Universum einfach, seine schweigsamen Figuren, seinen absurden Humor. "Lichter der Großstadt" schlägt wieder genau in diese Kerbe und ist über weite Strecken gelungen. Dennoch kann ich nicht verhehlen, dass ich den Film tatsächlich etwas langweilig fand. Kurzweilig im klassischen Sinne waren Kaurismäkis Filme ja noch nie, aber seine Figuren sind schon in interessanteren Rahmenhandlungen aufgetreten. Aber: Nur dieser Film hat das Brühwürstchen-Karussell. Sowas will ich auch. Das reicht immer noch für "ganz gut".
7/10
Surf's Up
Ich bin ja echt kein Freund von diesen ach so lustigen Animationsfilmen, aber der hier hat mir gut gefallen. Die spaßige Grundidee trägt tatsächlich den ganzen Film und es gibt einige wirklich lustige Gags. Gelungen. Außerdem: Ein Film, der Songs von Pearl Jam und Incubus verwendet, kann ja eigentlich gar nicht schlecht sein.
8/10
All The King's Men
Ein klassisches Beispiel dafür, dass man ohne vernünftiges Drehbuch keinen guten Film drehen kann, und wenn die Rahmenbedingungen noch so hervorragend sind: tolle Schauspieler (deren Talent hier verschwendet wird, vor allem das von Kate Winslet und Anthony Hopkins), schicke Fotographie, detailversessene Ausstattung - und trotzdem hat dieser Film keine Seele, keine Dynamik, keinen Spannungsbogen. Die Handlung könnte wirklich packend und interessant sein, aber dieses Drehbuch bekommt es einfach nicht auf die Kette. Auf hohem Niveau gescheitert.
4/10
Shrooms
Ich muss aufhören, mir Horrorfilme auszuleihen, weil mir die Hülle zusagt. Es kommt fast jedes Mal so eine Scheiße wie das hier dabei raus. Beknackte Handlung galore: Ein paar amerikanische Spacken fliegen nach Irland, um sich dort in den Wäldern (wo auch immer die sein sollen) mit Pilzen wegzuknallen. Dann werden sie abgeschnetzelt. Regisseur Brockenhusten (korrekte Schreibweise entnehmen Sie bitte der IMDB) hat kein Händchen für Atmosphäre, Schockeffekte, Spannung oder irgendwas Interessantes. Ganz, ganz großer Schrott, schon fast so schlecht wie "The Ferryman". Aber nur fast.
2/10
The Royal Tenenbaums
Dieser Wes Anderson dreht schon abgefahrene Filme. Was das alleine an Arbeit für die Ausstatter sein muss, diese ganzen Farben und Gegenstände! Wirklich bemerkenswert. Skurrile Charaktere gibt's hier im Dutzend, die Schauspieler überzeugen alle, der Soundtrack auch. Ich hätte mir in der zweiten Hälfte etwas mehr Humor gewünscht, aber letzten Endes passt es auch so.
8/10
The Great Race
Klassiker meiner Kindheit und schöne Hommage an die alten Slapstick-Filme. Fairerweise muss man sagen, dass die Potzdorf-Sequenz viel zu lang ist und auch wie ein Fremdkörper im Film wirkt. Jack Lemmon als Professor Fate ist dafür aber einfach zu lustig, Tony Curtis und Natalie Wood amüsieren ebenfalls.
8/10
Fargo
Länger nicht mehr gesehen, aber erneut für gut befunden. Ich denke immer noch, dass der Film ein bisschen mehr Tempo gebrauchen könnte. Im Original kommt dieses komische Englisch, dass sie in der Gegend da offensichtlich sprechen, ganz gut zum Tragen. Nicht der beste Coen-Film, aber gut.
8/10
Children Of A Lesser God
Wirklich schöner Film um ein interessantes Thema (Gehörlosigkeit). Das Ende fand ich sehr ergreifend. William Hurt und Marlee Matlin (mit dem Oscar für ihre Rolle ausgezeichnet) spielen sehr überzeugend.
8/10
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Gerade läuft: Ocean Colour Scene | Biggest Thing
08.03.08
Radiohead - OK Computer
In meinem Lieblingsmusikforum waren die User jüngst aufgerufen, ihre liebsten 50 Platten zu wählen. Für die Top 10 hatte sich der Initiator der Aktion was Nettes ausgedacht: Persönliche Rezensionen der Mitglieder. Und so wurde mir die Ehre zuteil, eine kleine Kritik zu Radioheads großartiger Scheibe OK Computer zu schreiben. Damals wusste ich noch nicht, dass die Platte auf dem ersten Platz der Abstimmung landen sollte. Wie dem auch sei, ich will euch den Text nicht vorenthalten, hier ist er:
Radiohead - OK Computer
Ist es wirklich schon über zehn Jahre her, dass dieses Album rausgekommen ist? Mein Gott! Ich erinnere mich noch: 1997 fing ich mit meinem Studium an. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen und Radiohead waren für mich die Band mit "Creep" - mehr nicht. Eines schönen Tages aber lief auf MTV (das seinen Namen damals noch zurecht trug) das Video zu "Paranoid Android". Nachdem ich mir selbst den Unterkiefer wieder nach oben geklappt hatte, machte ich mich auf den Weg. Ziel: Der Plattenladen in der Nachbarstadt. Glück gehabt, sie hatten die CD. Also schnell wieder nach Hause.
Der erste Eindruck: Ein Fragezeichen im Gesicht, Ratlosigkeit. Beim zweiten Durchlauf das Gleiche, dann allmählich Orientierung. "OK Computer" ist ein Album, das man sich erarbeiten muss. Schon das collagenartige Booklet schreit dich an: Das hier ist mehr als Rockmusik, Mann, das ist Kunst! Thom Yorkes Texte habe ich bis heute nicht verstanden. Es ist mir egal.
Denn letzten Endes zählt die Musik. Und die ist auf dieser Platte über jeden Zweifel erhaben. Melancholisch und ruhig im Grundton, hin und wieder wüst ausbrechend, mit schier endloser Melodiefülle - so hört sie sich an, Radioheads Rechenmaschine. Gitarren, Schlagzeug, Keyboards, Glöckchen, Chöre - darf's noch etwas mehr sein? Ja, das ist bisweilen Bombast. Ja, das ist bisweilen pathetisch. Aber genauso muss es sein.
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Gerade läuft: Coldplay | Shiver
05.03.08
Film: No Country For Old Men
*SPOILER-WARNUNG*
Das Fazit zuerst: Die Coen-Brüder haben ihre Form wiedergefunden. Nach dem ziemlich misslungenen Intolerable Cruelty (der deutsche Titel ist noch schlechter: Ein (un)möglicher Härtefall) habe ich einen Coen-Film lang ausgesetzt. Augenzeugen zufolge soll das Ladykillers-Remake aber auch eher schwach gewesen sein. Ansonsten habe ich jeden Film der Brüder gesehen - und ich fand alle gut, manche großartig.
No Country For Old Men reiht sich bei den guten Filmen ein. Das sensationelle Meisterwerk, das die Oscar-Jury gesehen haben will, ist der Film nicht, dazu hat er doch die eine oder andere Länge zu viel. Das Anschauen lohnt sich dennoch. Was die Coens nämlich wirklich gut können, ist Szenen mit Erinnerungswert zu drehen. Ich habe jedenfalls noch nie gesehen, wie jemand von einem Kampfhund durch einen Fluss verfolgt wird. Zeitweise ist der Film sogar richtig spannend, das hatte ich eher weniger erwartet.
Die Gewalt im Film ist hart und wirkt realistisch, das skurrile Element kommt aber auch nicht zu kurz. Der seltsame Coen-Humor sorgt für den einen oder anderen Lacher. Auf der inhaltlichen Ebene werden viele Fragen aufgeworfen, die bewusst unbeantwortet gelassen werden. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Auch der abrupte Schluss ist sicher nicht jedermanns Sache, mir hat dieser Ausklang aber sehr gut gefallen.
Eine Frage habe ich aber noch: Was ist jetzt so toll an Javier Bardems
Darstellung gewesen, dass man dafür einen Oscar raushauen muss? Der
Mann spielt seine Rolle sehr gut, sicherlich, aber so wahnsinnig viel
hat er gar nicht zu tun. Außer Leute umlegen natürlich. ;-)
8/10
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Gerade läuft: Nevermore | The Heart Collector
03.03.08
Das war kein Selbstmord, das war Mord
Ich brauche keinen Abenteuerurlaub. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder lebend zu Hause angekommen bin. Heute haben an drei verschiedenen Zebrastreifen irgendwelche Psychopathen versucht, mich mit ihren Autos umzubringen. Ich besorge mir jetzt eine Waffe. Nächstes Mal verteile ich gezielt Kopfschüsse.
Im Titel gibt es übrigens wieder ein Songzitat zu erraten.
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Gerade läuft: The Who | The Punk And Godfather
Vierter Stock, Sauerstoffzelt
Wieso ziehen Leute in vierte Stockwerke? Wieso tun sie ihren Freunden sowas an? Ächz! Naja, jedenfalls ist der Herr Hase am Samstag wieder zurück in seine rheinische Heimat gezogen - nach Düsseldorf. Friedrichstadt oder Bilk, so genau weiß man das nicht. Den vierten Stock hatte er wohlweislich verschwiegen, die Sau. Andererseits hatte er aber keine schweren Elektrogeräte, preiset den Heiland.
Dennoch haben mir die schweren Bücherkisten und der vierte Stock als solcher schon gereicht, um mich an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen. Ich bin so ein körperliches Wrack, es ist echt nicht mehr feierlich! Muss echt mal anfangen, was Sportliches zu tun. Aber das nehme ich mir ja auch erst seit fünfzehn Jahren vor. Wenn ich mich ruhig in eine Ecke setze, geht es bestimmt schnell wieder weg.
Was anderes: Wie man sieht, habe ich etwas in der großen HTML-Farbpalette rumgemantscht. Das alte Design war mir auf Dauer doch zu düster, ist ja schließlich kein Gothic-Blog hier. Scheint funktioniert zu haben, denn kaum habe ich heute Nacht eine etwas fröhlichere Grundfarbe eingefügt, schon herrscht schönes Wetter draußen. Der Frühling kann kommen.
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Gerade läuft: Lynyrd Skynyrd | Comin' Home
29.02.08
Remind me that we'll always have each other when everything else is gone
Mir fällt mal wieder keine Überschrift ein. Aber dafür habe ich mir was überlegt, jaha! Und zwar Songzitate. Wer's erkennt, bitte im Kommentar posten. Googlen gilt nicht. Wer zehn richtig hat, bekommt von mir einen Beitrag in diesem Blog geschenkt.
Aber jetzt zum Geschreibsel. Ich frage mich, wo eigentlich der Aufschwung ist, den mir die Regierung und die Wirtschaftsinstitute versprochen haben. Ich sehe einfach nichts davon. In Wuppertal stehen mehr Geschäfte in der Innenstadt leer als je zuvor. Einige dieser Flächen haben seit Jahren keine neuen Mieter gehabt. Liegt das an der Raffgier der Hausbesitzer? Oder der falschen Bevölkerungsstruktur? Und überhaupt: Wenn's dem Land und der Wirtschaft so viel besser geht, wieso kenne ich dann immer noch Leute mit abgeschlossenem Studium, die irgendwie rumkrebsen?
In der Stadt war heute die Hölle los. Warum, frage ich mich. Steht irgendein Feiertag ins Haus? Oder gibt's im Schaltjahr am 29. Februar Rabatt auf alles? Bei Plus war's besonders schlimm. Dieser neue Plus, für den drei andere kleine Filialen schließen mussten, ist eigentlich immer voll. Das hat zur Folge, dass lange Schlangen entstehen und man überhaupt nicht mehr an die Produkte rankommt, weil Menschen mit Einkaufswagen die Gänge blockieren. Das haben die sich in der Konzernleitung ja ganz toll ausgedacht. Mein Vorschlag: Türsteher, die nur so viele Leute in den Markt reinlassen, wie die Mitarbeiter drinnen bewältigen können.
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Gerade läuft: Nichts
28.02.08
Gesammelte Werke (4)
White Oleander
Peter Kosminsky ("Warriors") hat offensichtlich ein Händchen für
deprimierende Filme. Leider ist der Streifen aber zu langatmig - und
trotzdem geht's zum Schluss dann einfach zu schnell mit der
Charakterentwicklung. Pluspunkt: Michelle Pfeiffers Leistung, sehr beachtlich. Mittelmäßiges Dingen insgesamt.
6/10
Sophie Scholl - Die letzten Tage
Oh je. Soll wohl ein psychologisches Kammerspiel sein, kommt aber über
das Niveau eines durchschnittlichen Fernsehfilms nicht hinaus. Biedere Regie, hölzernes Spiel der Darsteller, keine Hintergrundinformationen... alles eher ungut. Grotesk schlecht: Der "Schauspieler", der den Nazi-Richter gibt -
sowas habe ich lange nicht mehr gesehen, jeder Satz wie auswendig
gelernt und völlig übertrieben.
4/10
Hair
Wo Milos Forman draufsteht, ist Qualität drin. Jedenfalls war das
bisher bei allen Filmen so, die ich von ihm gesehen habe, und "Hair"
bildet keine Ausnahme. Ein guter Musicalfilm, mehr gibt's eigentlich
nicht zu sagen.
8/10
Irma La Douce
Einer dieser Klassiker, die man einfach mal gesehen haben sollte. Aber
Vorsicht: Aus heutiger Sicht wirkt "Irma La Douce" etwas spröde und
behäbig. Einige Szenen sind sehr lustig, andere aber eher...
langweilig. Der Film ist viel zu lang, lohnt sich aber wegen Jack Lemmon und Shirley MacLaine,
1a-Darstellungen von beiden.
7/10
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Gerade läuft: XTC | This World Over
22.02.08
Zu schmuv für diese Welt
Überschrift ist von Daniela. Hat nichts mit dem folgenden Text zu tun.
Ich möchte die Mitarbeiterinnen der Stadtbibiliothek Wuppertal an dieser Stelle mal ausdrücklich loben. Gestern war ich da, es war geöffnet und ich habe mir einen Mitgliedsausweis besorgt. Die Dame hinter dem Schreibtisch war schon sehr nett. Aber es kam noch besser: In dieser recht verwirrend aufgebauten Bücherei habe ich irgendwann gefragt, wo ich denn das Buch meiner Wahl finden würde (John Irving - "Owen Meany"). Da ist die Mitarbeiterin tatsächlich mit mir durch das halbe Gebäude gelaufen und hat mir das Buch persönlich aus dem Regal rausgesucht. Da war ich baff. Das nenne ich mal Service!
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Gerade läuft: Nichts
21.02.08
Dr. Olsen in Trauma 1, bitte!
Letzte Nacht habe ich geträumt, ich wäre auf einem Ärzteaustausch in Frankreich mit Dr. Benton. In der Nacht davor habe ich getäumt, ich würde eine Patientenuntersuchung durchführen, assistiert von Jeanie Boulet. Deutliche Anzeichen, würde ich meinen. Wofür? Zu viele Folgen ER in zu kurzer Zeit! Meine alte Leidenschaft ist wieder aufgeflammt. Früher habe ich diese Serie unheimlich gerne gesehen. In den letzten Jahren war mein Interesse abgeflaut. Jetzt habe ich noch mal ganz am Anfang angefangen und bin wieder hoffnungslos süchtig. Die ersten drei Staffeln habe ich durch - bleiben nur noch zehn. ;-)
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Gerade läuft: Incubus | Anna Molly
20.02.08
Hunde, die bellen...
Ich entwickele gerade eine Hundephobie. Bisher mochte ich die Viecher eigentlich gerne. Doch neuerdings habe ich leichte Angst, wenn mir so ein Teil auf der Straße entgegenkommt. Andererseits sind das hier im Viertel meistens vier Meter große Kampfbestien, die so einen Vollasi hinter sich herziehen. Die Art von Asi mit "Wuppertal"-Jacke in altdeutscher Schrift. Übrigens: Vier Jahre nach der Gründung Wuppertals kam Hitler an die Macht. Zufall? ...Egal, jedenfalls will ich nicht, dass diese Dinger (Hunde UND Besitzer) in meinem Umfeld rumlaufen.
Heute war ich bei der Stadtbücherei und wollte mir einen Ausweis machen lassen. Der Vorteil, wenn man ALG II-Empfänger ist: Bibliotheksausweis für lau! Also, wenn das mal kein Grund ist, arbeitslos zu sein, dann weiß ich es auch nicht. Als ich ein Kind war, musste man generell nichts bezahlen, wenn man Mitglied in der Stadtbücherei werden wollte. Vielleicht hat das auch mit dem Stadt-Land-Gefälle zu tun. Mal eben fragen... Ja, Daniela bestätigt, hier in Wuppertal war das immer schon kostenpflichtig, zumindest für Erwachsene.
Was wollte ich eigentlich erzählen? Die Bücherei hatte natürlich zu. Hätte man vorher im Netz nachsehen können, ich weiß. Trotzdem ärgerlich. Da will ich zum ersten Mal seit Jahren in eine Bibliothek und dann haben die Schweine einfach zu. Frechheit!
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Gerade läuft: Incubus | Earth To Bella (Part 1)
16.02.08
Wildkräuter
Meine Freundin bekommt hin und wieder befremdliche Dinge geschickt, deren Ursprung nicht so genau so ergründen ist. Vor einigen Jahren war das die Deutsche Militärzeitschrift, neulich ein Katalog zu den Deutschen Wellnesstagen Baden-Baden. Dort findet sich folgender lustige Text (inklusive aller Satzzeichenfehler):
"Jürgen Recktenwald: Frieden der im Garten beginnt
Seit 1987 ernähre ich mich vorwiegend von Wildkräutern. Bis heute fasziniert mich der Reichtum in der Natur. Aus diesem Reichtum zu schöpfen schenkt tiefe Dankbarkeit, Zufriedenheit und Urvertrauen. Um dieses Erlebnis zu beschreiben reichen Worte und Erzählungen nicht aus. Das will erlebt sein! So entstand meine Tätigkeit als Naturlehrer und die Naturangebote, die Sie von Tageserlebnissen bis mehrtägigen und mehrwöchigen Kräuter-Kuren und Ausbildungen wahrnehmen können. Dazu lade ich alle Interessierten herzlich ein teilzunehmen. Ein paar Handvoll Wildkräuter, Blumen, Früchte und Samen, Quellwasser, Bewegung und Entspannung, dazu ein freundliches Umfeld, und es geht uns gut.
Sie finden mich auf den Deutschen Wellnesstagen in der Rosen-Oase im 1. OG. Mehr Infos auch unter www.naturlehrer.de."
Die Seite von dem Typen ist auch spaßig und überraschenderweise recht professionell gestaltet. Da finden sich schöne Sätze wie "Ich schloss Frieden mit meinem Garten und fand Frieden in mir."
In diesem Sinne: Wenn mich einer sucht, ich bin draußen im Garten, ein paar Wildkräuter suchen.
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Gerade läuft: Irgendein schlechtes Lied von Bright Eyes, das Daniela gerade hört
14.02.08
It's On
Seit vorgestern bin ich offiziell ALG II-Empfänger und reihe mich ein in die Massen der Bedürftigen. Ein karges Zubrot wurde mir bewilligt, das ging doch recht flott. Bin aber mal gespannt, wann denn tatsächlich Patte auf meinem Konto ankommt. Es wird auch spannend werden, mit dem Geld hinzukommen, denn viel ist es wahrlich nicht.
Seit genau diesem Tag bin ich übrigens auch richtig krank. Nachdem diese Nerveneinklemmung (oder was auch immer es war) gerade abgeklungen war, habe ich mir eine starke Erkältung zugezogen. So wird's zumindest nicht langweilig.
Gestern hatte ich mal wieder so einen Sehnsuchtsmoment. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann. Ich schaltete so durch das Fernsehprogramm und geriet in einen Bericht von der Nordseeküste. Da überkam für zwei Minuten eine starke Sehnsucht, wie ich sie lange nicht mehr gespürt hatte. Irgendwann möchte ich gerne am Meer leben. Für den Anfang wäre es aber auch nicht schlecht, das Meer mal wieder zu sehen. Leider ist kein Geld für Urlaub da.
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Gerade läuft: Dire Straits | Les Boys
11.02.08
Gesammelte Werke (3)
Frische Filme!
28 Weeks Later
Schwächer als der ziemlich brillante Vorgänger, aber dennoch ganz ordentlich geworden. Der Spannungsfaktor stimmt, die blutigen Effekte auch (die Anspielung an "Evil Dead" hätte ich allerdings nicht gebraucht, das war mir zu ekelhaft). Allein die schicken Bilder von London lohnen das Ansehen.
7/10
Left In Darkness
Grottenschlechter Horrorfilm in billiger DV-Optik, kein Stück gruselig, nicht ansatzweise spannend, überhaupt gar nichts. In der Hauptrolle dilettiert eine blondes Silikonopfer namens Monica Keena. Den Namen muss man sich merken, denn der Wettbewerb um die schlechteste Schauspielerin aller Zeiten ist beendet: Sie hat gewonnen. Film war phasenweise so schlecht, dass er schon wieder lustig war.
2/10
The Last Winter
Ein Film, auf den man sich einlassen muss. Im Großen und Ganzen handelt es sich um einen psychologischen Horrofilm, der aber so eine Endzeit-Note in Form einer Ökobotschaft bekommt. Ich fand das Ding sehr stimmig, mit gut ausgearbeiteter, beklemmender Atmosphäre und passender Besetzung. Es gibt genau einen Schockeffekt, der hat's aber dafür in sich. Die letzten paar Minuten sind etwas schwächer, insgesamt ist "The Last Winter" aber ein guter und sehenswerter Film.
8/10
The Bourne Ultimatum
Gutes Unterhaltungskino mit spannender Handlung. Wie immer muss man bei sowas über einige Logikfehler hinwegsehen, und Realismus findet man auch eher woanders. Aber egal, schon alleine die großartige Verfolgungssequenz in Tangier lohnt sich. Matt Damons Leistung geht auch wie immer in Ordnung.
8/10
Right At Your Door
Psychologisch interessantes Kammerspiel, das mit einem Supergau à la "The Day After" rumspielt, allerdings in der 2000er Variante. Schauspieler und Inszenierung sind solide, das Ende kam für mich überraschend (und es ist sehr konsequent). Gelungen.
8/10
Event Horizon
Sehe ich immer wieder gerne. Inhaltlich ist das natürlicher absoluter Trash, aber die spannende Atmosphäre macht das wieder wett. Einige Schockeffekte schaffen es jedes Mal wieder, mich zu erschrecken. Fairerweise muss man aber zugeben, dass der Film zum Ende hin etwas schwächer wird.
7/10
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Gerade läuft: Cousteau | Salomé
08.02.08
Für das Plus an Schmerzen
Man glaubt gar nicht, wie konsumwütig die Leute in diesem Land (oder vielleicht auch nur dieser Stadt) sind. Gestern hat hier den Berg runter ein neuer Plus aufgemacht. Dafür haben zwei kleine Plus-Filialen, die ebenfalls gut zu erreichen waren, geschlossen. Jedenfalls wollte ich gestern in diesem neuen Plus ein Brot kaufen. Die Zustände dort lassen sich nur mit einem Wort umschreiben: Krieg! Unglaublich, wirklich. Bei Eröffnungen von Elektronikmärkten erwarte ich sowas, gut. Aber bei Plus? Als ich nach gefühlten sechs Stunden an der Kasse war, fiel mir das Schild auf: Heute 10% Rabatt auf alles! Aha, deswegen also.
So ein Tag kann natürlich nicht normal zu Ende gehen. Am Abend habe ich mir hinten am Rücken was gezerrt oder einen Muskel eingeklemmt oder so. Direkt unterm Schulterblatt, an einer ungünstigen Stelle. Ungünstig deshalb, weil mir das jetzt bei so ziemlich jeder Bewegung saumäßig wehtut. War auch sehr schön heute Nacht. Ich bin ja ein begeisterter Imbettrumwälzer, das macht aber momentan leider gar keinen Spaß mehr. Grmpf.
Zum Abschluss noch was Lustiges. Ich war bei Aldi an der Kasse, hatte gerade bezahlt und konnte beim Einpacken noch folgendem Dialog zwischen der Kassiererin und einem Säufer/Penner/OfW-Mitbürger lauschen.
Kassiererin: "Zwei neunzehn."
Penner: "Wie, zwei neunzehn?"
Kassiererin: "Jaha, zwei neunzehn!"
Penner: "Marrokaner?"
Kassiererin: "Hä, was wollen Sie?"
Penner: "Ich mein nur so. Mit'm Marrokaner kann ich immer handeln."
Kassiererin: "Seh ich aus wie ein Marrokaner?"
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Gerade läuft: Nichts

